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Merken   Drucken   13.09.2009, 21:46 Schriftgröße: AAA

Balanceakt: Stabilitätspakt für die Welt  

Die Welt braucht nach Überzeugung führender US-Ökonomen einen internationalen Sanktionsmechanismus, um Staaten mit überhöhten außenwirtschaftlichen Defiziten bestrafen zu können. Die enormen Ungleichgewichte in den Handelsströmen für Waren und Kapital seien eine der Hauptursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise gewesen. von Birgit Marschall  Plön
Das sagte die frühere Vizechefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Anne Krueger, auf dem Global Economic Symposium (GES), das letzte Woche im schleswig-holsteinischen Plön zu Ende ging.
Um die Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen abzubauen, "brauchen wir ein neues supranationales Kontrollregime, das auch Sanktionen verhängen darf", forderte Krueger. Als Vorbild könne der Europäische Stabilitätspakt gelten, der in der EU für haushaltspolitische Disziplin sorgt. Wer ein Leistungsbilanzdefizit von deutlich über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweise, solle künftig von der Staatengemeinschaft ermahnt und auch bestraft werden können. Anders ließen sich die Ungleichgewichte nicht wirksam beseitigen, wie die letzten Jahrzehnte gezeigt hätten, so Krueger.
Die USA hatten ihr Außenhandelsdefizit in den Jahren vor der Finanzkrise deutlich hochgefahren. Exportnationen wie Deutschland, Japan und China dagegen erwirtschafteten fast ständig Leistungsbilanzüberschüsse. Ihr Defizit finanzierten die Amerikaner mit enormen Kapitalzuflüssen aus diesen Überschussländern. Doch je höher die Verschuldung der USA wurde, desto größer wurde auch das Risiko eines abrupten Vertrauensverlusts der Geldgeber in die amerikanische Wirtschaft - und damit die Gefahr eines Crashs auf den Finanzmärkten.
Die Kontrolle über die Leistungsbilanzen solle dem IWF übergeben werden, schlug Krueger vor. Der Fonds verfüge über das nötige Know-how und sei schon jetzt als globaler Problemlöser in Wirtschaftsfragen unterwegs. Sie räumte allerdings ein, dass ihr Vorschlag in der Politik noch keine Rolle spiele. Man stehe erst ganz am Anfang der Überlegungen.

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