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16.12.2010, 08:26
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Beste Vorhersage:
Der Prognosekönig 2010 kommt von der Allianz
Exklusiv
Als Rainer Brüderle der Republik nur ein Miniwachstum zutraute, prophezeite der Chefökonom der Allianz schon im Herbst 2009 eine rapide Wiederkehr der deutschen Wirtschaft aus der Krise. Damit verdient er sich den von der FTD ausgelobten Preis als "Prognostiker des Jahres". Glückwunsch!
von Thomas Fricke ,
Charlotte Bartels
und Mathias Ohanian, Berlin
Kurios, aber wahr: Es ist keine zwölf Monate her, da prophezeite Wirtschaftsminister Rainer Brüderle für 2010 ein XS-mageres Wachstum von 1,4 Prozent. Jetzt dürften es mehr als 3,5 Prozent werden - und der Minister feiert den Aufschwung XL, als habe er nie etwas anderes erwartet. Dabei gab es Ende 2009 durchaus Prognostiker, die den Aufschwung kommen sahen - ob mit oder ohne Wirtschaftsminister.
Michael Heise, Chefökonom der Allianz
Von den insgesamt mehr als 50 Institutionen, deren Prognosen die FTD wie zum Jahresende üblich gecheckt hat, lagen die meisten für 2010 ähnlich daneben wie der Minister für Wirtschaft. Und: In vollem Ausmaß hat kein Prognostiker ein so hohes Wachstum prognostiziert. Es gab allerdings eine kleine, feine Gruppe Konjunkturexperten, die schon ziemlich früh ahnten, dass es viel besser kommen würde als gemeinhin nach der Krise vermutet. Die beste professionelle Detailprognose lieferten diesmal die optimistischen Volkswirte um
Allianz -Chefökonom
Michael Heise , gefolgt von Dirk Schumacher von Goldman Sachs sowie Dauerstarprognostiker Holger Schmieding, Ende 2009 noch bei der Bank of America, jetzt Chefvolkswirt der Berenberg Bank.
Gute und schlechte Prognosen trennte 2010 dabei die Frage, wie die Experten Natur und Folgen der Finanzkrise bewerteten: als tief greifenden Umbruch auch für Deutschlands Wirtschaft oder eher als vorübergehende Schockstarre, die nach ein paar Monaten 2009 überwunden sein und 2010 zu Nachholbedarf und entsprechend hohem Wirtschaftswachstum führen sollte. "Der Lehman-Schock hat nicht lange gehalten", so Allianz-Ökonom Heise.
Zur Schockstarren-These tendierten in der Tat die Allianz-Ökonomen, die daraufhin ein Wachstum von fast drei Prozent prophezeiten. Ähnliches gilt für fast alle Top-Prognostiker 2010: von Holger Schmieding über Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer bis hin zu den Experten von JP Morgan. Gut lag erneut Carsten Klude von MM Warburg, einer der seit Jahren konstant besten Prognostiker im Land. Völlig daneben lagen umgekehrt die V-Zweifler und Anhänger von Dauerkrisenthesen, zu denen die prominenten Konjunkturexperten vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zählten. Am schlechtesten schnitt der sonst so renommierte Internationale Währungsfonds (IWF) mit seinen Krisenerwartungen ab.
Finanzmärkte und reale Wirtschaft haben sich "von der Schockstarre gelöst", hieß es schon Ende 2009 im Allianz-Bericht. "Der Unsicherheitsschock nach dem Lehman-Kollaps ist abgeklungen", schrieb Commerzbank-Chefökonom Krämer ebenfalls vor einem Jahr im Dezember. Im Bericht des Kieler Instituts vom vergangenen Dezember hieß es dagegen: "Der Aufschwung lässt auf sich warten." Die Kieler Ökonomen prognostizierten nur ein Wachstum von 1,2 Prozent.
Teil 2: Sowohl bei BIP-Prognose als auch bei Exporten richtig gelegen
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Aus der FTD vom 16.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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