Die Auswirkungen der schwachen Weltwirtschaft machen auch vor China keinen Halt: Die Exportrate befindet sich zwar im Plus, ist aber im Vergleich zum Jahresanfang deutlich schwächer ausgefallen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt muss in diesem Jahr mit einem verlangsamten Wachstum rechnen.
China bekommt die schwache Weltwirtschaft zu spüren. Im August gingen die Exporte amtlichen Angaben vom Samstag zufolge zurück. Insgesamt beliefen sich die Ausfuhren auf 173 Mrd. Dollar nach einem Rekordhoch von 175 Mrd. Dollar im Juli. "Die europäische Schuldenkrise und das langsame Wachstum der US-Wirtschaft werden sich in den nächsten Monaten bei den chinesischen Exporten widerspiegeln", sagte Shen Jianguang, Ökonom bei Mizuho Securities Asia.
Auf Jahressicht legten die Exporte mit einem Plus von 24,5 Prozent zwar kräftig zu, sind damit aber ebenso von den 37,7 Prozent im Januar deutlich entfernt. Die Importe kletterten im August um 30,2 Prozent. "Die starken Einfuhren werden von Chinas Bedarf an Verbrauchs- und Luxusgütern, Eisenerz, Rohöl, Soja und Getreide getrieben", sagte Shen Jianguang.
Mit 17,9 Mrd. Dollar ging der Handelsüberschuss im August deutlich zurück. Im Juli hatte er noch 31,5 Mrd. Dollar betragen.
Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt dürfte sich in diesem Jahr auf hohem Niveau verlangsamen. Mit einer gedrosselten Kreditvergabe versuchen die Regierung in Peking und die Notenbank eine Überhitzung zu vermeiden. Denn steigender Wohlstand und höhere Rohstoffkosten treiben die Inflation nach oben. Im August ließ der Preisauftrieb in China nach. Die Teuerungsrate ging auf 6,2 Prozent zurück, wie am Freitag aus offiziellen Statistiken der Volksrepublik hervorging.
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