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15.12.2009, 10:51
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FTD-Ranking:
Die Prognostikerin des Jahres
Die FTD hat überprüft, wie gut die Konjunkturexperten mit ihren Vorhersagen für das Krisenjahr lagen. Ergebnis: Die meisten unterschätzten den historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Manche ahnten aber, dass es schlimmer kommt.
von Thomas Fricke
und Charlotte Bartels, Berlin
Als die Auguren vor einem Jahr ihre Prognosen für 2009 abgaben, schien eines bereits klar: Die deutsche Wirtschaft steckte in einer Rezession, das Bruttoinlandsprodukt würde mit hoher Wahrscheinlichkeit im neuen Jahr sinken. Nur eins blieb unter den professionellen Prognostikern heftig umstritten: ob es bei ein bisschen Kriseln bleibt - oder ob daraus ein historisch einmaliger Absturz wird.
Frédérique Cerisier verfolgt seit 2006 für die Bank BNP Paribas die Entwicklung der Euro-Wirtschaft und Deutschlands
Dass die Wirtschaft schrumpfen würde, ahnte fast jeder. Nur ein gutes Dutzend Experten trauten sich allerdings vorherzusagen, dass die Wirtschaftsleistung bei den Deutschen - anders als bei Amerikanern und Franzosen - sogar um mehr als zwei Prozent sinken würde. Und, Zufall oder nicht, am besten lag dabei eine Prognostikerin, die das Geschehen damals aus der Ferne beobachtete: Frédérique Cerisier, Deutschlandexpertin der Bank BNP Paribas in Paris. Die Französin war nach Auswertung der FTD die beste Prognostikerin 2009 - für Deutschland.
Kurz vor Jahresende 2009 zeichnet sich derzeit ab, dass die Deutschen 2009 wirtschaftlich zwischen 4,5 und 5 Prozent weniger geleistet haben als im Vorjahr. Das sah so Ende 2008 niemand exakt voraus. Immerhin 14 der 50 Experten, deren Prognosen ausgewertet wurden, sahen vergangenen Dezember jedoch schon einen Rückgang von zwei oder mehr Prozent als am wahrscheinlichsten an - was bereits einem deutschen Nachkriegsrekordminus entsprochen hätte.
Die Rangliste der treffsichersten Prognostiker 2009
In die Endauswahl kamen diesmal all jene, die zumindest ein Minus von 2,5 Prozent vorhersagten. Da waren es nur noch sechs.
Bei der weiteren Auswahl entschied nicht allein die Größe der erwarteten Schrumpfung. Zur Besonderheit des Krisenjahres 2009 gehörte, dass die Deutschen trotzdem mehr konsumierten, vor allem dank Abwrackprämie. Höheren Konsum erwarteten einige Prognostiker. Die meisten ahnten in ihrer Prognose aber nicht, dass dies das einzig Positive bleiben würde - und lagen deshalb mit ihrer Gesamtprognose viel zu optimistisch.
Umgekehrt sagten etwa die Ökonomen der BHF-Bank zwar einen dramatischen Rückgang des BIPs voraus, erwarteten gerade deshalb aber auch ein Konsumdesaster - und dass die Krise eher hier liegen würde als bei einbrechenden Exporten und Investitionen. Auch nicht richtig.
Einen Mix aus relativ stabilem Konsum und starkem BIP-Rückgang erwarteten die Experten um Joachim Scheide, Konjunkturchef beim Kieler Institut für Weltwirtschaft: "Die Binnennachfrage wird die Konjunktur 2009 stabilisieren", schrieben sie im Dezember 2008 - bei einer BIP-Prognose von minus 2,7 Prozent. Relativ nah dran lag auch Holger Schmieding, Europa-Chefökonom der Bank of America, der zugleich ein weiteres Kriterium erfüllte, das 2009 prägte und bei den Topprognostikern zusätzlich gecheckt wurde: Schmieding war einer der Ersten, die nach dem historischen Einbruch mit einem raschen Rezessionsende und einer relativ kräftigen Erholung rechnete - anders als die Kollegen der BHF-Bank, die noch Ende Juli orakelten, dass die deutsche Wirtschaft bis Ende 2010 schrumpfen werde. Da war die Rezession bereits vorbei.
Teil 2: Was Frédérique Cerisier richtig machte
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Aus der FTD vom 15.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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