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Merken   Drucken   09.09.2009, 12:34 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Kenneth Rogoff - Krise im Winterschlaf  

Die Staaten haben die Rezession mithilfe gigantischer Staatsschulden eingedämmt. Nun müssen sie die Defizite abbauen, damit daraus nicht der nächste Finanzwahnsinn erwächst. von Kenneth Rogoff
Kenneth Rogoff ist Professor für Ökonomie an der Universität Harvard und früherer Chefökonom des IWF.
Von der Königin von England bis zum entlassenen Autoarbeiter in Detroit fragen sich alle, warum viele Experten die Finanzkrise nicht kommen sahen. Das ist eine unangenehme Frage. Wie können politische Entscheidungsträger da so sicher sein, dass die Finanzkatastrophe nicht schon bald wiederkommt, wenn sie offenbar keine Ahnung hatten, dass eine derartige Krise überhaupt jemals eintreten würde?
Die Antwort ist nicht sehr beruhigend. Im Grunde besteht nach wie vor die Gefahr, dass die Finanzkrise nur in den Winterschlaf gefallen ist und sich langsam in eine staatliche Schuldenkrise verwandelt.
Der Grund, warum die meisten Investoren momentan viel mehr Vertrauen an den Tag legen als noch vor ein paar Monaten, liegt darin, dass Regierungen auf der ganzen Welt unter großen Teilen des Finanzsystems ein umfangreiches Sicherheitsnetz gespannt haben. Gleichzeitig haben die Staaten durch die Anhäufung massiver Defizite die Wirtschaft angekurbelt, und die Zentralbanken haben die Zinssätze auf fast null gesenkt.
Aber kann allumfassende staatliche Großzügigkeit der Weisheit letzter Schluss sein? Die Schutzmaßnahmen der Politik funktionieren, weil man den Steuerzahlern tief in die Tasche greift. Aber jede Tasche ist irgendwann leer geräumt. Und wenn Staaten - vor allem große - in Schwierigkeiten geraten, dann gibt es keinen Schutz mehr. Nachdem die Staatsschulden auf der ganzen Welt Werte erreichen, die man sonst nur nach Kriegen kennt, ist es offensichtlich, dass diese Strategie nicht nachhaltig ist.
Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, wie lange die Regierungen Schulden anhäufen können. Das wissen wir nicht. Wissenschaftlich arbeitende Ökonomen haben brauchbare Instrumente entwickelt, um vorherzusagen, welche Volkswirtschaften für eine Finanzkrise am anfälligsten sind. Aber obwohl wir Risikofaktoren identifizieren können, ist eine zeitliche Festlegung praktisch unmöglich.
  • Aus der FTD vom 09.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 13.09.2009 10:06:30 Uhr   melanie: Die Menschheit lernt nichts dazu.

    hallo@Helli Han
    stimmen ihrer Ansicht zu.
    Doch genau dazu ist man leider nicht bereit.
    so wird sich die Geschichte wiederholen, wenn auch in neuem Gewand.
    Sie wollen es wieder mal wissen, wei weit kann man gehen, wieviel sturheit kann man an den Tag legen, wieviel Kapital kann man da herausschlagen.
    Warum wohl?-- Sie werden es bald wissen, wann der Endpunkt kommt.
    So geht es weiter wie seit ewigen Zeiten.
    Nichts wird sich ändern. Es sei denn-- wir werden durch die kommende Umstände geändert-.
    Es könnte eine Situation kommen, die alle dazu zwingt.,ob sie wollen oder nicht.
    Dann, wenn das jetzige total versagt und die Felle aller davonschwimmen.
    Ich denke, sie werden es darauf ankommen lassen, sie warten ab , bis zur totalen Katastrophe.
    Diese wird kommen- wenn sie nichts ändern.

  • 10.09.2009 16:34:40 Uhr   Helli Han: Krise im Winterschlaf
  • 09.09.2009 23:22:40 Uhr   eberhard: die Krise schläft nur
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