FTD.de » Politik » Konjunktur » Sicherheitsnetze statt Nullzins in Amerika

Merken   Drucken   22.06.2010, 06:30 Schriftgröße: AAA

Geld- und Fiskalpolitik: Sicherheitsnetze statt Nullzins in Amerika  

Kommentar Die amerikanische Wirtschaft erholt sich, der Arbeitsmarkt nicht. Die Politik reagiert panisch und legt Programme auf, die das Problem nicht lösen - und der nächsten Krise den Boden bereiten. von Raghuram Rajan
Raghuram Rajan ist ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds und Professor an der University of Chicago. www.project-syndicate.org
Die USA kamen mit ihrer Geld- und Fiskalpolitik sowohl während dieser Rezession als auch während der Rezession von 2001 der Wirtschaft so stark entgegen wie keine andere Industrienation. Während ich dies schreibe, arbeitet der Kongress einmal mehr an einem Gesetzentwurf, der die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern soll. Dabei wird die die jüngste Finanzkrise auf die übertrieben konjunkturorientierte Geldpolitik am Ende der Amtszeit von Alan Greenspan als Chef der Fed zurückgeführt.

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  • FTD.de, 22.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 26.06.2010 01:41:57 Uhr   C.Schmidt: verlangsamte REZESSIONSERHOLUNG

    Anmerkung zu dem Abschnitt
    "Von 1960 bis 1991 erholte sich die Konjunktur in den USA typischerweise schnell..“,
    „..Doch nach den Rezessionen von 1991 und 2001 verlief der Aufschwung anders":

    es fällt auf, dass dieser Paradigmenwechsel mit erstem Irak-Krieg von Bush sen. und der ab 1993 erfolgten ungehemmten China-Öffnung der USA unter Clinton korreliert, die sicher ab dann die US-Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich von den USA stetig nach China verlagerte!
    Auch der Abfluss der Hoch-Technologie und Ausbau unzähliger Forschungszentren wurde politisch gewollt gegen den Marktzugang dort immer schneller zugelassen!

    Ab 2001 wurde der Trend sicher noch durch WTO-Beitritt Chinas beschleunigt, den China sich mit die Aufgabe der Blockade gegen den zweiten US-Golfkrieg im UN-Sicherheitsrat hat so lukrativ und für die USA volkswirtschaftlich langfristig verheerend abkaufen lassen!

    An der Verlangsamung der Rezessionserholung ist sicher weiter auch die Staatsschuldentwicklung der USA im Zusammenhang mit Finanzierung der o.g. Kriege über die dafür eingespannten Investmentbanken schuld, die mit Deregulierungen, CDS-Derivaten, Volumenexplosion und dauernde Niedrigzinspolitik der FED die Finanzmärkte komplett in den exponentiellen Abwärtsstrudel bis heute immer schneller runter rissen!

    Auch die Aufblähung der weltweiten Geldmenge (ab 1980 aufs 16-fache vs. Industrie mit 1,6-fachem) trägt zur immer schnelleren Marktüberhitzung und Blasenbildung bei, da das überschüssige real ungedeckte Buchgeld nicht weginflationiert so mittlerweile stets verzweifelt nach lukrativen Investmentmöglichkeiten sucht und die Märkte dauerhaft destabilisiert!

    So rächen sich nun kurzsichtige Planungszyklen von Clinton und dessen Nachfolgern, die bewusst die nur für sie bedeutsamen kurzfristigen Pyrrhussiege durch die volkswirtschaftlich verheerende und unumkehrbare massive Niedriglohnbereich-Deindustralisierung in Kauf genommen haben, so dass den USA nun jegliches Fundament für Arbeitsplatzerholung fehlt (und DE folgt dieser Entwicklung genauso)!

    Dies wird so lange anhalten, bis Lohnparität zw. China und dem Rest der Welt von 15:1 auf 1:1 eingeebnet wird, der einzige Weg dazu wird wg. der (verständlichen) Weigerung Chinas nur durch baldige Handelskriege dahin führen! Alternative dazu besteht nicht (mehr), da China und DE selbst auf massive Handelsüberschüsse dringend angewiesen sind und eine Exportoffensive der USA nicht zulassen können, so dass der US-Arbeitsmarkt wird sich nicht mehr schnell erholen können und Sozialunruhen dort bald den nötigen Druck besorgen werden!

    Die politisch protegierten Exzesse der Investmentbanken mit der Durchseuchung der US-Regierung und der Administration mit den ehemaligen Investmentbankern wird der Weltökonomie bald den Rest besorgen!

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