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Merken   Drucken   20.04.2012, 13:45 Schriftgröße: AAA

Geschäftsklima: Trügerische Signale vom Ifo

Zwar erweist sich das Ifo-Geschäftsklima als widerstandsfähig. Eine Rückkehr zu alten Wachstumsraten ist jedoch unrealistisch. Zu stark verzahnt ist die deutsche Wirtschaft mit ihren Haupthandelspartnern in der Euro-Zone - und dort könnten die Probleme erst jetzt richtig losgehen.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Tobias Hase
Kommentar Zwar erweist sich das Ifo-Geschäftsklima als widerstandsfähig. Eine Rückkehr zu alten Wachstumsraten ist jedoch unrealistisch. Zu stark verzahnt ist die deutsche Wirtschaft mit ihren Haupthandelspartnern in der Euro-Zone - und dort könnten die Probleme erst jetzt richtig losgehen.
von Berlin

Zum sechsten Mal in Folge ist das Ifo-Geschäftsklima gestiegen, auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Die Aussichten bleiben gut, die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig, sagt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Andere Ökonomen blasen ins gleiche Horn: Nicht auszudenken, wie stark das Barometer ohne die Turbulenzen an den Finanzmärkten in den letzten Wochen gestiegen wäre, kommentiert Unicredit-Chefvolkswirt Andreas Rees.

Es sieht nicht schlecht aus. Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Industrie ist hoch, die Unternehmen investieren. Am Donnerstag setzten auch die deutschen Forschungsinstitute ihre Zahlen nach oben, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird demnach noch bis mindestens Ende 2013 anhalten. Dann könnte die Erwerbslosenquote nur noch bei gut sechs Prozent liegen - in vielen Teilen Deutschlands hieße das Vollbeschäftigung.

Der Ifo steigt und steigt. Das ist ...

 

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Zu glauben, dass es am Ende wirklich so kommt, dafür braucht es jedoch eine gehörige Portion Optimismus. Denn die aktuelle Realität heißt leider auch: Euro -Krise. Und davon auszugehen, dass sich die deutsche Wirtschaft von den zunehmenden Problemen seiner Haupthandelspartner lösen kann, ist geradezu fahrlässig. Der Drahtseilakt "konjunkturschonende Konsolidierung", wie ihn der Internationale Währungsfonds diese Woche vorgeschlagen hat, geht für Spanien und Italien erst jetzt richtig los; zuletzt deuteten die Frühindikatoren dort auf rapide sinkende Geschäfte.

Gleichzeitig enden die Nachrichten nicht, dass Haushaltsziele verfehlt werden. Auch Frankreich wird nach der Wahl wohl zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um die öffentlichen Haushalte zu ordnen.

Das Problem: Die deutsche Wirtschaft hängt an ihren Ausfuhren wie der Junkie an der Nadel. Noch immer stützen die deutschen Verbraucher die Erholung wenig, wie die letzten Einzelhandelszahlen zeigen. Und die globalen Schwellenländer werden die einbrechende europäische Nachfrage nicht kompensieren können: Zwar wird Fernost für Deutschlands Exporte immer wichtiger, noch immer wird das Gros der Geschäfte jedoch in Europa gemacht. Positiv ist immerhin,dass sich die Erholung in den aufstrebenden Volkswirtschaften ab dem Frühjahr wohl wieder beschleunigt, wie Stimmungsumfragen zeigen.

Allerdings ist es illusorisch anzunehmen, dass die deutsche Wirtschaft schon bald wieder zu den Wachstumszahlen zurückkehrt, die sie in den Aufschwungjahren 2010 und 2011 verbuchte. Zu massiv sind die Probleme vor der eigenen Haustür.

 

  • FTD.de, 20.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 26.04.2012 09:44:28 Uhr   Erstaunter: Kommentare unglaubwürdig

    Welcher vernünftige Mensch schreibt denn solche Kommentare?

  • 23.04.2012 11:29:03 Uhr   Helmut Appenzeller: Unglaubwürdig
  • 22.04.2012 11:09:35 Uhr   Heinrich: Nicht mehr lesbar!
  • 21.04.2012 16:09:11 Uhr   Sodesuka: Unglaubwürdig
  • 20.04.2012 17:22:02 Uhr   Philipp: Liebe Medien!
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