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Merken   Drucken   24.11.2011, 10:46 Schriftgröße: AAA

Geschäftsklimaindex: Ifo steigt überraschend

Krise? Welche Krise? Die vom Ifo Institut befragten 7000 Manager sehen die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten positiv. Auch die aktuelle Lage finden sie ganz okay. Der DAX macht einen Freudenhüpfer.
Trotz Schuldenkrise und Rezessionssorgen in der Euro-Zone hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 106,4 Punkten im Vormonat auf 106,6, teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mit. Zuvor hatte sich die Stimmung vier Monate in Folge eingetrübt. Der DAX machte einen Sprung um 1,6 Prozent auf 5553 Punkte.
Ab wann spüren deutsche Unternehmen die schwächere Konjunktur?

 

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Analysten hatten im Schnitt mit einem weiteren Rückgang auf 105,1 Zähler gerechnet. "Der leichte Anstieg resultiert aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Die rund 7000 befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser ein. Die aktuelle Lage sei unverändert ein. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 97,3 Zähler, das für die Lage verharrte bei 116,7 Punkten. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate recht zuverlässig vorhersagt.
Die Verbraucher hatten der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal zu deutlich mehr Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu. Die Bundesbank warnte jedoch bereits, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten in schwieriges Fahrwasser geraten könnte. Die schwächere Auslandsnachfrage und die Nervosität an den Finanzmärkten bildeten ein gefährliches Gemisch. Volkswirte wiesen darauf hin, der jetzt hohe Wert sei zumindest teilweise als Gegenbewegung zum schwachen zweiten Quartal 2011 zu werten: Damals hatten sich die Verbraucher noch stärker von den Turbulenzen verunsichern lassen.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert.
  • Reuters, 24.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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