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Merken   Drucken   25.01.2012, 12:25 Schriftgröße: AAA

Ifo-Geschäftsklimaindex: Deutsche Unternehmer trotzen Krisenprognosen

Welcher Abschwung? Der Ifo-Index steigt zum dritten Mal in Folge, auch der in die Zukunft gerichtete Teilindex legt klar zu. Außer in einer Branche läuft alles prima.
© Bild: 2011 Bloomberg/Tim Fadek
Welcher Abschwung? Der Ifo-Index steigt zum dritten Mal in Folge, auch der in die Zukunft gerichtete Teilindex legt klar zu. Außer in einer Branche läuft alles prima.
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hellt sich weiter auf. Trotz negativer Prognosen für die deutsche Volkswirtschaft stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex für Januar zum dritten Mal in Folge von 107,2 Punkten im Vormonat auf 108,3. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war im vergangenen Jahr monatelang gesunken und dann im November gestiegen. Zunächst hatten Volkswirte dies als Ausreißer gewertet. Im Dezember legte der Wert dann erneut zu. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass drei Anstiege in Folge als Trendwende gewertet werden können.
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Der Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten drei Monate bewerten. Zwar hat sich laut Ifo-Institut die Geschäftslage der Unternehmen leicht von 116,7 auf 116,3 Punkte verschlechtert. Die Perspektiven für die kommenden sechs Monate schätzen die Manager jedoch deutlich besser ein. Die Finanzmärkte reagierten indes negativ. Der DAX  drehte nach Veröffentlichung ins Minus.
Mit den neuen Zahlen geht die Stimmung in der deutschen Wirtschaft stark gegen die Rezessionsprognosen von Ökonomen. Erst am Montag hatte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für den Jahresauftakt 2012 von einer Seitwärtsbewegung geschrieben. Ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsproduktes sei sogar nicht auszuschließen. Die Firmenchefs blicken optimistischer in die Zukunft. Das Barometer für die Geschäftsaussichten legte überraschend stark von 98,6 Punkten auf 100,9 Zähler zu. Bereits der Einkaufsmanager-Index wies am Montag auf einen Aufwärtstrend. Die Umfrage unter Einkaufsmanagern des Markit-Instituts ergab einen Anstieg um 2,5 Zähler auf 50,9 Punkte im Vergleich zu Dezember. Damit kletterte er erstmals seit September wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.




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Laut Ifo-Institut basiert der neue Trend auf dem Gewerbe. So schätzen Industrieunternehmen ihre Geschäftsaussichten deutlich besser ein. Der Index für das verarbeitende Gewerbe stieg stark an - von 8,9 Punkte im Dezember auf 13,4 Punkte im Januar. Besonders die Exporteure sind nach Angaben des Instituts wieder zuversichtlicher. Anders sieht es jedoch bei der Kapazitätsauslastung aus. Der liege in der Industrie etwas niedriger als im Herbst. "Weiterhin ist die Auslastung der Geräte und Maschinen aber überdurchschnittlich", schreibt das Ifo-Institut.
Auch beim Bau hat sich das Geschäftsklima weiter verbessert. Nur im Handel fiel der Index. Besonders die Einzelhändler blickten skeptisch auf die kommende Geschäftsentwicklung, so das Institut. Der Index sackte von 5,6 Punkten im Dezember auf minus 0,5.
Die Analysten sehen die neusten Zahlen des Ifo-Index und damit den dritten Anstieg in Folge als vorsichtige Trendwende. "Wir kommen aus der derzeitigen Schwächephase heraus", sagt Thilo Heidrich von der Postbank. "Wir rechnen mit einer Belebung des Wachstums im Frühjahr." Er warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen. Die Themen Griechenland und Schuldenkrise seien weiter nicht vom Tisch. "Es kann auch passieren, dass andere Länder in der Schuldenkrise wieder in den Fokus rücken. Doch insgesamt ist etwas Beruhigung eingekehrt. Die Gefahr besteht zwar, aber wir gehen davon aus, dass sie nicht mehr so heftig aufflammt."
Andreas Rees, Analyst bei Unicredit, sieht einen nachhaltig positiven Trend. "Der letzte Anstieg war auch sehr kräftig", sagt er. "Das deutet für mich darauf hin, dass wir eine ordentliche Beschleunigung im Frühjahr oder spätestens im Sommer bekommen werden." Trotz Schuldenkrise gebe es keinerlei Anzeichen dafür, dass Deutschland in eine tiefe Rezession rutschen werde. "Die Konjunktur am Horizont hellt sich wieder auf. Es gibt einigen Grund zum Optimismus."
Als Ursache für den Auftrieb sieht Andreas Scheuerle von der Dekabank besonders das Eingreifen der Europäischen Zentralbank in die Schuldenkrise. Das hätte positive Folgen für die Emission von Staatsanleihen der Peripherie gehabt. "Zusätzlicher Rückenwind kam von den guten Nachrichten aus den USA und dem Rest der Welt."
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