Die Finanzkrise hatte den europäischen Arbeitsmarkt - mit Ausnahme einzelner Länder wie Deutschland - schwer getroffen. Speziell in Spanien, Irland und Griechenland wurden massig Jobs gestrichen. Lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Währungsgemeinschaft vor der Krise bei etwas über sieben Prozent, stieg sie auf knapp zehn Prozent und verharrte dort 2010. Die Arbeitsmarktentwicklung läuft der Konjunktur in der Regel mit Verzögerung hinterher.
Zuletzt sank die Zahl der Erwerbslosen in der Euro-Zone drei Monate in Folge. Im Januar gab es einen Rückgang um 72.000 Personen. Die Arbeitslosenrate sank von zehn auf 9,9 Prozent - das war der niedrigste Wert seit 13 Monaten. In der EU ging sie von 9,6 auf 9,5 Prozent zurück.
Vorreiter der Entwicklung ist Deutschland. Nach der am Mittwoch vom Forschungsinstitut IW Halle und der Researchfirma Kiel Economics gemeinsam veröffentlichten Prognose dürfte die Arbeitslosenquote nach deutschem Maßstab hierzulande in diesem Jahr auf 6,6 Prozent fallen.
Doch der Rückgang zieht sich mittlerweile quer durch die Euro-Zone. In den Mitgliedsstaaten nahm bis auf Zypern, Slowenien, Italien und Österreich überall die Arbeitslosigkeit ab. Speziell in Italien kommt die Erholung kaum voran. Schlecht dürfte es auch für Griechenland aussehen: Dort liegen noch keine Daten für Januar vor, sie werden nur quartalsweise erhoben. Ökonomen halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass sich die Lage in der gegenwärtigen Rezession verbessert hat. "Doch andernorts scheint das Schlimmste hinter uns zu liegen", sagte Xavier Timbeau, Konjunkturchef am Pariser Forschungsinstitut OFCE.
Besonders deutlich schreitet die Job-Erholung in Frankreich voran. Der Wendepunkt sei geschafft, sagte Christoph Weil, Volkswirt der Commerzbank. Ein wichtiges Signal, ist doch der Konsum die wichtigste Wachstumsstütze der zweitgrößten Euro-Zonen-Wirtschaft. "Die Vernichtung von Arbeitsplätzen ist vorbei, es werden wieder Jobs geschaffen", sagte Timbeau vom OFCE.