FTD.de » Politik » Konjunktur » Fricke - Die Banken müssen zahlen

Merken   Drucken   23.04.2010, 08:59 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Fricke - Die Banken müssen zahlen  

Die Kreditinstitute haben mehr als die Hälfte des Anstiegs der Staatsschulden seit 2008 zu verantworten - bezahlen sollen andere. Das ist absurd und gesellschaftlich schwer verträglich. Zeit für eine richtige Abgabe. von Thomas Fricke 
Wenn die Auguren recht behalten, ist in gut zwei Wochen Schluss mit lustig. Dann wird die Regierung plötzlich feststellen, dass die Deutschen jetzt ganz tapfer sein und verzichten müssen. Für unsere armen Kinder. Und Deutschlands Selbstpeinigungsprediger werden in ihrem Element sein.
Ob die Prophezeiung so eintrifft? Möglich. Erstaunlich ist nur, dass bei all den Gruselprognosen über nahende harte Zeiten gerade diejenigen kaum vorkommen, ohne die Deutschlands Staatsschulden gar nicht hochgeschnellt wären - und die an früheren Finanzblasen prima verdient haben. Dabei ließe sich über die Banken ein Großteil des neuen deutschen Schuldenproblems wieder beseitigen. Ganz ohne Populismus. Das wäre allemal erträglicher, als Deutschlands Staatshaushälter jetzt übereifrig Maso-Messen zelebrieren zu lassen.

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  • Aus der FTD vom 23.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 28.04.2010 11:12:07 Uhr   Fridolin: Kompliment fürs offene Wort!

    Wie schon die Kolumne von Herrn Zeise, ist auch dieser Artikel ausgesprochen lesenswert!

    Ein Aufrechter, der noch Mumm hat das wahre Offensichtliche ohne Pfründeangst beim Namen zu nennen - früher war sowas selbstredend, wurde Charakterstärke von autarken Staatsmännern, ehrbaren Kaufleuten und investigativen Journalisten genannt - heute gibt's nur unterwürfiges Einerlei der höflich wegschauenden Hofberichterstattung, die Ihre Grundüberzeugung täglich dreimal wechselt.
    Die Wahrheiten werden währenddessen unerwähnt, obwohl mittlerweile ganze Volkswirtschaften und Bevölkerungsschichten unter der seit über zehn Jahren enthemmten Marktmanipulation bei Energie, Metallen, Nahrungsmitteln, etc. im Einklang mit der Politik kollabieren.

    Das Untergangsrad wird nun also immer gewichtiger gedreht - wie bei Zeise beschrieben nun also über die Minibankenabgabe die verdeckte volle Staatshaftung für Bankenwahn und durch baldige Einführung der zentralen CDS-Clearingsstellen anstatt des kompletten Verbots dann die uneingeschränkte Staatshaftung für die finale CDS-Weltuntergangskeule mit 605.Billionen.
    Die Politik ist sicher voll nur bester Absichten und einfach suboptimal informiert und bürdet dem Bürger samt Nachkommen diesen Mühlenstein nur ungern auf. Altruismus ist ihr zweiter Name.

    Die im Kommentar erwähnten auf die Banken aktuell entfallenden 98.Mrd. sind nur ein kleiner Vorgeschmack für den gemeinen Steuerzahler: HRE ca. 350.Mrd, WestLB gut 100 Mrd., andere Landesbanken weitere in die Zukunft verschobene Hunderte Milliarden, "Sondervermögen", Staatsgarantien und -bürgschaften, Tilgungsfonds, EWF ohne Boden, Hermesbürgschaften, IWF-Beiträge, EZB-Haftung, Bad Bank-Auflösung in 20.Jahren
    Pikant: bei der EZB für zinsloses Bares abgeladene Hunderte Milliarden von in (ABS-)Sicherheiten umgepackten Schrottpapieren und -staatsanleihen (2008 bei EZB ca. 450.Mrd). So behält man Boni ohne Reue! Und die Politik spart sich die Ursachenforschung.

    Übrigens: von wegen solide Haushaltsführung der Jahre 2006-2008 - die so gelobte solide Haushaltslage war nur Ausdruck der sich weltweit aufschaukelnden globalen Märkte (bis zum Ölkollaps im Juli 2008 bei 147$, dreifache Nahrungspreise, etc.) mit brummenden Absatzmärkten und daraus unerwarteten Steuermehreinnahmen von 50. Mrd. EUR p.a. - davor konnte Deutschland 5.Jahre lang nicht mal 3-4.Mrd Differenz für die Unterschreitung der 3% von Maastricht zusammenkratzen!

    Die obszön um sich greifende und nun selbstverständliche Verquickung der Politik mit den generösen milliardenschweren Bespendern und Ruhestandsbesorgern auf breiter Front ermöglicht erst die unverfrorene Straffreiheit der Verursacher. Da wundert's einen nicht mehr, dass der gemeine staatstreue Bürger und Steuerzahler in solchen Szenarien der flinken "Medienwendigen" meist wie selbstverständlich nicht mehr als der oberste Souverän vorkommt - ob dies die Zielvorstellung unserer Verfassungsväter war?!

  • 26.04.2010 16:04:01 Uhr   Thomas Müller: @Meta
  • 26.04.2010 13:29:43 Uhr   Meta: Umsatzsteuer
  • 26.04.2010 07:50:06 Uhr   Gerhard Quell: Umsatzsteuer
  • 26.04.2010 00:12:02 Uhr   Thomas Fricke: Von wem denn nun?
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