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Merken   Drucken   13.05.2010, 19:17 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Fricke - Wir zahlen fürs deutsche Europa  

Die Deutschen klagen gern, wie sehr sie unter Europa leiden müssen. Dabei hat kein anderes Land die Euro-Politik seit Jahren so diktiert - und damit auch zur Krise beigetragen. Jetzt kommt die Rechnung. von Thomas Fricke 
Der Befund scheint klar: Wir sind die Deppen Europas, müssen schuldlos zahlen und die Fehler anderer ausbaden. In kaum einer Disziplin sind manche Deutsche so gut wie darin, sich selbst zu bemitleiden. Dabei nimmt die Geschichte groteske Züge an. Klar, müssen wir jetzt Kredite vergeben. Die Frage ist nur, ob uns das wirklich so unschuldig und ohnmächtig trifft, wie es das aktuelle Stammtischgeschimpfe über den nichtdeutschen Teil Europas vermuten lässt.
Untaugliche Grundpfeiler
De facto hat kein Land in den vergangenen Jahren die wirtschafts- und währungspolitischen EU-Grundmanifeste bis hin zu Details geldpolitischer Wunderlösungen so sehr geprägt wie Deutschland. Und keine andere Regierung hat noch in der Krise so lange bestimmt, ob Rettungspakete zu koordinieren und der Eskalation der Griechenland-Krise zu begegnen ist.
Vielleicht steckt hier ja das größere Problem. Und das Drama ist eher, dass die deutsche Auffassung von Stabilität gar nicht zu Stabilität führt - zumindest nicht in der heutigen Zeit. Für den Schaden muss man dann zahlen.

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  • Aus der FTD vom 14.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 18.05.2010 13:47:09 Uhr   Theo: Point-of-no-return!

    Die „Deadline“ der natürlichen Begleichung der Staatsschuld ist längst überschritten und Politik weißt das genau!

    1833.Mrd der Staatsschuld entsprechen beim Abstottern über 10.Mrd EUR p.a. der "Schuldenbremse" nur linear berechnet:
    *183.Jahre*!
    Und korrekterweise mit Zinseszins berechnet sicher so um die:
    *1000.Jahre*!

    Die „implizite Schuld“ von *6000.Mrd* der durch den Staat eingegangenen Pensions- und Sozialpflichten gar nicht erwähnt, da diese sowieso weitgehend durch zugrundeliegende Generationsverträge unbezahlbar u.a. wg.:

    1. fortschreitender Deindustialisierung in DE zugunsten der aufstrebenden Entwicklungsstaaten in Asien mit rasanten negativen Transformation unserer noch Steuern einbringenden Vollarbeitsplätze in zuschusspflichtige Prekärjobs (sinkenden Steuereinnahmen, steigende Sozialkosten, steigende Refinanzierungzinsen)!
    Seit 2005 mit Einführung von Hartz-IV sind von 28.Mio. nur 22.Mio. sozialabgabenpflichtige Jobs geblieben!

    2. der zukünftig weltweit nicht mehr geduldeten deutschen Exportexzesse mit Überschusseinnahmen (44% der Exportwertschöpfung bereits im Ausland)!

    3. der immer höheren Renten-Steuerzuschüsse bei nun kollabierenden demographischen Entwicklung (ohne das kommende exponentielle Aufschaukeln wg. Überalterung sind’s nun bereits 80.Mrd von 320.Mrd des Bundeshaushalts, also 25%! Da Bundeshaushalt z.Zt. aber nur durch 218.Mrd gedeckt ist, sind’s reell fast 40%!)

    4. Gesundheitssystem-Kollaps!

    Schulden der 40.Jahre deutscher Dauerverschuldung ab 1969 der "Politik der lockeren Hand" von Willy, & Co. können nie mehr natürlich beglichen werden und Politiker wissen‘s genau!

    Jede weitere Verzögerung der seit Jahren unausweichlichen mutigen Entscheidung der Politik des *radikalen Schuldenschnitts zu Lasten der Banken* ist ein weiterer Sargnagel in die Demokratie und führt unweigerlich bei weiterem Sozialkollaps zu baldigen Unruhen!

    Eine normale Entschuldung des Staates ist weder durch eine "Schuldenbremse", noch durch weitere Entrechtung der komplett unschuldigen Arbeiterschichten (besser: „bösen Personalkostenstellen“) über weitere feucht geistige „Agenda-Ergüsse“ des "GAZPROM-Kanzlers"!

    UND JA(!): Es waren nur exklusiv die heutigen Parteien und ihre machtgeil verblendeten Protagonisten, welche auf Pump alle vier Jahre an den Futtertrog der Macht *um jeden Preis* wollten, obwohl jeder dieser "(Volks)vertreter" den Dreisatz und Zinseszinsrechnung sicher beherrschte und so folgernd anscheinend nur dem eigenen Egoprinzip des goldenen Versorgungsfallschirms samt Credo "nach mir die Sintflut!" frönte!

    An der simplen, wahren Quintessenz kann kein medienwendiger Rhetorikkünstler rütteln!

    Und Merkels beiläufig suggestiven Interview-Anmerkungen über:
    „die *nun* durch Finanzkrise angespannte Haushaltslage“ kann man nur, in offensichtlicher Ermangelung der persönlichen Courage, als nur peinlich und einer Kanzlerin unwürdig empfinden!

  • 16.05.2010 22:46:52 Uhr   fokus: Nachklapp, ein herrlicher Begriff!
  • 16.05.2010 22:31:12 Uhr   fokus: Die EZB übernimmt die Staatsfinanzierung
  • 15.05.2010 17:00:57 Uhr   D.Stark: Europäische Transferunion!
  • 15.05.2010 11:58:19 Uhr   Elitenforscher: Fricke und Kommentator Höschele haben recht!...
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