FTD.de » Politik » Konjunktur » Thomas Fricke - Der sündige Grieche rechnet sich

Merken   Drucken   20.05.2011, 11:00 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke - Der sündige Grieche rechnet sich  

Kurios, aber wahr: Wohl keiner verdient durch die Krise so viel Geld wie die Bundesregierung. Es ist Zeit, mit diesem Gewinn von rund 10 Mrd. Euro endlich die Zweifler zu beruhigen.
© Bild: 2011 Getty Images
Kurios, aber wahr: Wohl keiner verdient durch die Krise so viel Geld wie die Bundesregierung. Es ist Zeit, mit diesem Gewinn von rund 10 Mrd. Euro endlich die Zweifler zu beruhigen. von Thomas Fricke 
Für Theatralik sind die Griechen zuständig. Die Deutschen können das allerdings auch - wenn es darum geht zu wehklagen, wie viel der deutsche Steuerzahler noch für Griechenland zahlen muss. Und Abgeordnete im Bundestagsrücksitz meckern, dass sie nicht mehr zustimmen könnten, weil unsere große Hilfsbereitschaft jetzt die Schmerzgrenze erreiche.
Das muss so eine Art Phantomschmerz sein. Bis dato hat ja nur der Grieche mehr Steuern zu zahlen, auf Tabak, Wein und überhaupt jeden Mehrwert sind es 23 Prozent, auf Druck der deutschen Kanzlerin. Bei uns liegt der Mehrwertsteuersatz dagegen unverändert bei 19 Prozent. Und in der Koalition wird wieder von Steuersenkungen geredet - nicht von Erhöhung.
Und das ist kein Wunder. Bei genauerem Hinsehen haben die Deutschen ja nach wie vor nichts bezahlt. Im Gegenteil: Wir kriegen sogar was, und die Krisengewinne werden größer. Vielleicht wäre es fürs allgemeine deutsche Bauchgefühl hilfreich, wenn der Finanzminister seinen Griechengewinn da einfach mal ans Volk ausschüttet, sagen wir, an jeden "Bild"-Leser einzeln. Und die FDP.

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  • Aus der FTD vom 20.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 27.09.2011 10:35:06 Uhr   Ottfrie Storz: Abschreibungen auf Anleihen unberücksichtigt...

    Der Artikel ist oberflächlich, denn er geht davon aus, dass alle Anleihen zu einhundert Prozent bedient werden.

    Die 1 -1,5 Mrd. Zinsgewinn, die Deutschland gegenwärtig durch die Anleihenzinsdifferenz profitierte, beträgt jedoch nur einen kleinen Bruchteil dessen, was Deutschland durch Wertberichtigungen auf Anleihen verliert:
    Die Deutsche Bundesbank hält knapp 28 Prozent an der EZB, die gegenwärtig bereits fast einhundert Milliarden Euro griechische Anleihen hält. Im Falle einer 50 Prozent Wertberichtigung würden hier also 14 Mrd. Euro Verlust auf Deutschland zukommen.
    Deutsche Staatsbanken (HRE, KfW, Landesbanken) halten griechische Staatsanleihen im Wert von über 20 Mrd.Euro. Hier droht eine Wertberichtigung in Höhe von weiteren 10 Mrd. Euro.

  • 05.07.2011 19:26:45 Uhr   Cleisthenes: Response
  • 26.05.2011 18:17:50 Uhr   Luise Mohn: BERUHIGUNG der Zweifler und Nörgler
  • 25.05.2011 13:03:24 Uhr   Jimbo: @Erdenwurm
  • 25.05.2011 00:00:40 Uhr   Sadi45: Das ist alles eine Luftnummer
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