FTD.de » Politik » Konjunktur » Speckt endlich die Banken ab!

Merken   Drucken   10.10.2011, 21:30 Schriftgröße: AAA

Kolumne von Lucas Zeise: Speckt endlich die Banken ab!  

Premium Wieder soll der Finanzsektor mit viel Steuerzahlergeld gerettet werden. Dabei ist es höchste Zeit, dass er auf ein erträgliches Maß geschrumpft wird. von Lucas Zeise 
Stellen wir uns vor, der Bankenrettung zweiter Akt findet so statt, wie es Frau Merkel bisher vage angedeutet hat: Da wird zunächst das deutsche Rettungsprogramm Soffin wieder angeknipst - durch einen Beschluss des Bundestags. Ähnlich verfahren alle anderen Euro-Länder. Um die Länder zu stützen, die die notwendigen Mittel zur Rettung "ihrer" Banken nicht aufbringen können, werden Befugnisse und Umfang der sich zum Hypersuperfonds entwickelnden EFSF ausgeweitet - durch weitere Parlamentsbeschlüsse. Wenn das alles steht, wird Griechenland in die Pleite entlassen. Denn - so das Kalkül - diese Pleite haut dann keine Bank mehr um.
Ein wahrhaft komplexes Stützungsgerüst. Es kann und wird nicht funktionieren. Erstens, weil die Grundüberlegung pervers ist, die Banken mit so viel Kapital auszustatten, dass sie eine Staatspleite überstehen. Zweitens, weil es im Euro-Europa absurd ist, die Rettung der Banken den nationalen Regierungen zu überlassen. Drittens, weil kein Bankenrettungsplan etwas daran ändern kann, dass in Euroland der Schuldenschnitt eines Landes als Präzedenzfall gilt. Das ist nicht Ansteckungsgefahr, sondern rationales Kalkül der Anleger. Im Moment ist es die eifrig Staatsanleihen kaufende Zentralbank, die den Schein aufrechterhält, dass Italien- und Spanien-Bonds noch vermarktet werden können.
In Wirklichkeit können sich Spanien und Italien seit den letzten Euro-Gipfelbeschlüssen vom 21. Juli ohne Stützung durch die EZB nicht mehr am Finanzmarkt zu akzeptablen Konditionen finanzieren. Das hat sehr wenig mit der Politik der in den letzten Zügen liegenden Regierungen Zapatero und Berlusconi zu tun. Es sind die Euro-Regierungen, die offen zeigen, dass sie nicht mehr willens und in der Lage sind, einen Schuldenschnitt für ein Mitgliedsland zu vermeiden. Seitdem warten die Märkte auf die Entscheidungen der Euro-Länder und ihrer inoffiziellen Anführerin, Kanzlerin Merkel, wie die große Operation ablaufen wird. Seitdem ist auch die Krise der europäischen Banken in ein neues Stadium getreten. Klar ist, dass sich die Schuldenkrise auch bei einem auf den griechischen Staat begrenzten Schuldenschnitt auf die anderen Euro-Südländer und womöglich sogar Frankreich ausweiten wird.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
01:44:49 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Euro 1,24819 USD   -0,32%  -0.00398
  • Aus der FTD vom 11.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 22.10.2011 13:59:09 Uhr   Gerhard Rohlfs: Kriegsgerede nur Bluff?

    Halten wir fest: USA, UK und Frankreich wollen an die deutschen Ersparnisse, um den Bankrott ihrer Banken und in Folge ihrer Staaten aufzuschieben.
    Alle drei sind Atommächte - Deutschland nicht: Hier besteht also schon einmal keine Waffengleichheit.
    Ist das Gerede von Krieg aus London und Paris wirklich nur Gerede? Hier wird klar, Völker haben keine Freunde, Völker haben Interessen.
    Wenn Deutschland nun die Zahlungen einstellen würde, hätte es dann gar dasselbe zu erwarten wie - Libyen? Noch dazu vor der geschichtlichen Erfahrung des Bombenterrors gegen deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg?
    .
    England sowieso nicht, aber auch Frankreich ist nicht an einer echten Union interessiert: Man will zwar ans deutsche Geld, aber dass Paris im Gegenzug auch seine Atomwaffen teilen möchte, davon ist keine Rede.
    .
    Bei diesem Kräfteverhältnis könnte man Deutschland dazu zwingen, sein gesamtes Volksvermögen herauszurücken, wenn es sich nicht auf die Hinterbeine stellt.
    Ist wirklich alles nur Bluff?
    Deutschland braucht Verbündete; so wie es aussieht, kommt da nur Russland, eventuell China in Frage.

  • 12.10.2011 17:05:30 Uhr   Mr. Butcher: Banken abspecken
  • 12.10.2011 15:03:02 Uhr   conforma: Banken abspecken
  • 11.10.2011 17:47:53 Uhr   drkosel: Verstaatlichen, die Zockerbanken
Kommentar schreiben Pflichtfelder*




Sonderabo Werbefreiheit
 
Fokussieren Sie sich auf die Inhalte.
Mit dem Sonderabo Werbefreiheit erleben Sie die Website der FTD zukünftig ohne Werbeeinblendungen.
Sonderabo Werbefreiheit für 6,90 Euro im Monat

 

Sonderabo Werbefreiheit bestellen Zur Abo-Übersicht
FTD.de Themenseite Büro
FTD.de Themenseite Büro

Organisation am Arbeitsplatz, Neues zum Arbeitsrecht, Tipps und Tricks für den Büroalltag und Unterhaltsames für die Mittagspause finden Sie hier. mehr

Web-Abo Web-Abo ab 6,90 Euro im Monat
Online Services
Erfahren Sie mehr Zur Abo-Übersicht
Digital-Abo Digital-Abo ab 16,90 Euro im Monat
Online Services
  • Zugriff auf alle aktuellen Premium-Artikel
  • Verschiedene digitale Produkte, wie z.B. die FTD als Online-Ausgabe (PDF)
Mobile Services
  • Alle Ausgaben der FTD als App auf Ihrem Tablet
  • Alle Funktionen in der iPhone-App, wie z.B. die Vorlesefunktion von Artikeln
Digital-Abo bestellen Zur Abo-Übersicht
für Abonnenten
  Quiz Kennen Sie die Deutsche Bank?

Die Dienstzeit von Josef Ackermann endet auf der Hauptversammlung am Donnerstag. Anshu Jain und Jürgen Fitschen übernehmen. Eine Zäsur für die Bank. Testen Sie Ihr Wissen über Deutschlands größtes Kreditinstitut!

Zunächst zu den Anfängen des Geldinstituts: In welcher Stadt wurde die Deutsche Bank gegründet?

Quiz: Kennen Sie die Deutsche Bank?

Alle Tests

DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote