FTD.de » Politik » Konjunktur » Wolfgang Münchau - Die Kernschmelze des Kapitalismus

Merken   Drucken   17.03.2011, 07:09 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Wolfgang Münchau - Die Kernschmelze des Kapitalismus  

Atom- und Finanzkrise hängen zusammen. Die japanische Schuldenmisere und die weltweite Energieknappheit werden auch die Probleme der Euro-Zone weiter verschärfen. Am Ende des Jahrzehnts wird sich das kapitalistische System von Grund auf geändert haben. von Wolfgang Münchau 
Nach der Finanzkrise steckt die Welt nun in einer sich dramatisch verschlimmernden Atomkrise. Es sieht so aus, als würde unser gesamtes kapitalistisches System unter den von ihm generierten Krisen zusammenbrechen. Momentan stehen wir unter dem Schock dieser neuen Krise. Aber beide Ereignisse hängen zusammen. Die gesamte Finanzkrisenpolitik verläuft ähnlich wie der verzweifelte Versuch des japanischen Energiekonzerns Tepco, mit Meerwasser die Brennstäbe unter Kontrolle zu halten. Man fummelt an den Symptomen, kann aber das eigentliche Problem nicht lösen. Solche Strategien fliegen am Ende auf. Wir stehen in unserer Finanzkrise vor einer ähnlichen Situation wie in Fukushima: vor einer Kernschmelze - mit dem Unterschied, dass sie im Finanzsystem deutlich langsamer abläuft.

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  • FTD.de, 17.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 20.03.2011 10:56:02 Uhr   Think big: Umgang mit Kernschmelze

    Bei der Kernschmelze des Kapitalismus wird ähnlich gehandelt, wie bei anderen Kernschmelzen: Täuschen, Tarnen, Lügen, Verschleiern. Erst, wenn die eingetretenen Folgen der Kernschmelze nicht mehr zu verheimlichen sind, wird auszugsweise darüber berichtet. Wie wir alle wissen, wurden aber Kernschmelzen bisher nicht nicht zum Anlaß genommen, die Ursachen dafür zu beseitigen.
    Wir haben in Deutschland die Situation, daß 20% der Bürger über mindestens 80% aller Vermögen verfügen. 80% teilen sich den Rest. Die reichen 20% sind aber nicht bereit, notwendige staatliche Aufgaben entsprechend ihrem Vermögensanteil zu finanzieren.
    Deutschland ist zudem drittgrößter Rüstungsexporteur der Welt.
    Vorhandener Wohlstand basiert insofern wesentlich auch auf dem Leid derer, die vom Einsatz der bei uns produzierten Rüstungsgüter betroffen sind. Da auch hier keine freiwilligen Veränderungen wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Interessenlage einer kleinen Gruppe erkennbar sind, ist auch hier eine Ursache für eine wirtschaftspolitische Kernschmelze zu sehen.
    Anscheinend handeln diejenigen, die über die wirtschaftliche und/oder politische Macht verfügen nach dem Motto: "Nach uns die Sintflut".

  • 20.03.2011 03:52:22 Uhr   Paul Reiser: Bankrottreorganisation
  • 18.03.2011 19:48:25 Uhr   willi: schöne Überschrift - aber nichts dahinter
  • 18.03.2011 19:36:32 Uhr   Elija Aklilu: Anmerkung
  • 18.03.2011 13:16:34 Uhr   Dr. Martin Weigele: Die gemeinsame Ursache: Soziopathie als de fa...
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