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Merken   Drucken   15.09.2011, 16:30 Schriftgröße: AAA

Konjunkturprognose: Brüssel sieht Euro-Zone am Rande der Rezession

Die Wirtschaft lahmt: Nach Einschätzung der EU-Kommission gibt es zum Jahresende nur noch ein Mini-Wachstum. Schuld sind aus ihrer Sicht die Turbulenzen an den Märkten, die der Realwirtschaft schaden.
© Bild: 2011 Bloomberg/Jock Fistick
Die Wirtschaft lahmt: Nach Einschätzung der EU-Kommission gibt es zum Jahresende nur noch ein Mini-Wachstum. Schuld sind aus ihrer Sicht die Turbulenzen an den Märkten, die der Realwirtschaft schaden.
Wegen der Schuldenkrise und den heftigen Börsenturbulenzen nehmen die Sorgen um die Konjunktur in der Euro-Zone zu. Am Jahresende wird das Wachstum nach Einschätzung der EU-Kommission "nahezu zum Erliegen" kommen. "Die Aussichten für die europäische Wirtschaft haben sich verschlechtert", sagte Währungskommissar Olli Rehn. "Die Staatsschuldenkrise hat sich verschlimmert, und die Turbulenzen an den Finanzmärkten werden die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen."
Die Brüsseler Behörde schließt sich damit der Warnung vieler Ökonomen an, die den Euroraum am Rande einer Rezession sehen. Das Hallenser Forschungsinstitut IWH und die Researchfirma Kiel Economics hatten am Mittwoch für Deutschland eine Minirezession vorausgesagt. Andere Volkswirte sind nicht ganz so pessimistisch - vor allem nicht für die Bundesrepublik.
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Die EU-Kommission senkte ihre Prognose für die Euro-Zone im dritten und vierten Quartal auf 0,2 Prozent beziehungsweise 0,1 Prozent. Das entspricht einer Korrektur für beide Gebiete für die jeweiligen Quartale um 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozentpunkte nach unten. Einen Rückfall in die Rezession erwartet die EU-Kommission aber nicht. Sie rechnet wegen der starken ersten Jahreshälfte weiter mit einem Wachstum von 1,6 Prozent für 2011.
Die Schwäche ist auch auf das nachlassende Wachstum in Deutschland zurückzuführen. Die größte Volkswirtschaft im Euro-Raum wird laut Prognose im vierten Quartal nur noch um 0,2 Prozent zulegen. Für Italien erwarten die Experten das Abrutschen in die Stagnation, für Spanien ein Mini-Wachstum von 0,1 und Frankreich von 0,2 Prozent.
Die Europäische Zentralbank glaubt nicht an eine Krise. "Eine neuerliche Rezession im Euroraum in Form von zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Quartalen negativen Wachstums erscheint auf Basis der verfügbaren Indikatoren eher unwahrscheinlich", schrieb sie in ihrem Monatsbericht. Die Wirtschaft werde weiter expandieren, wenn auch nur moderat. Die Währungshüter rechnen für das zu Ende gehende Jahr ebenfalls mit einem Wachstum von 1,6 Prozent, das 2012 auf 1,3 Prozent nachlassen dürfte.

Teil 2: Rehn fordert Defizitabbau

  • FTD.de, 15.09.2011
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