Die EU-Kommission senkte ihre Prognose für die Euro-Zone im dritten und vierten Quartal auf 0,2 Prozent beziehungsweise 0,1 Prozent. Das entspricht einer Korrektur für beide Gebiete für die jeweiligen Quartale um 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozentpunkte nach unten. Einen Rückfall in die Rezession erwartet die EU-Kommission aber nicht. Sie rechnet wegen der starken ersten Jahreshälfte weiter mit einem Wachstum von 1,6 Prozent für 2011.
Die Schwäche ist auch auf das nachlassende Wachstum in Deutschland zurückzuführen. Die größte Volkswirtschaft im Euro-Raum wird laut Prognose im vierten Quartal nur noch um 0,2 Prozent zulegen. Für Italien erwarten die Experten das Abrutschen in die Stagnation, für Spanien ein Mini-Wachstum von 0,1 und Frankreich von 0,2 Prozent.
Die Europäische Zentralbank glaubt nicht an eine Krise. "Eine neuerliche Rezession im Euroraum in Form von zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Quartalen negativen Wachstums erscheint auf Basis der verfügbaren Indikatoren eher unwahrscheinlich", schrieb sie in ihrem Monatsbericht. Die Wirtschaft werde weiter expandieren, wenn auch nur moderat. Die Währungshüter rechnen für das zu Ende gehende Jahr ebenfalls mit einem Wachstum von 1,6 Prozent, das 2012 auf 1,3 Prozent nachlassen dürfte.