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Merken   Drucken   21.12.2011, 22:46 Schriftgröße: AAA

Konjunktursorgen: Italiens Wirtschaft schmiert ab

Die Schuldenkrise schlägt voll auf die Wirtschaft eines der großen Industriestaaten im Euro-Raum durch. Schlechte Nachrichten für deutsche Exporteure. Italien ist der viertgrößte Absatzmarkt in der EU.
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Die Schuldenkrise schlägt voll auf die Wirtschaft eines der großen Industriestaaten im Euro-Raum durch. Schlechte Nachrichten für deutsche Exporteure. Italien ist der viertgrößte Absatzmarkt in der EU. von André Kühnlenz  , Barbara Schäder  Frankfurt und Martin Kaelble  Berlin
Die Euro-Krise zieht das nächste Land in den Abgrund. Italiens Wirtschaft ist bereits im Sommer in eine Rezession gerutscht, die nach Aussagen von Ökonomen gut ein Jahr dauern wird. Von Juni bis September sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dies sind schlechte Neuigkeiten für Deutschlands Exporteure, denn Italien ist ihr viertgrößter Absatzmarkt in der EU.
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Damit schlägt die Schuldenkrise auf die Wirtschaft eines der großen Industriestaaten im Euro-Raum durch. Im Sommer hatte die Krise Länder wie Italien und Spanien erfasst: Anleger verloren ihr Vertrauen in die Regierungen und stoßen seitdem massenweise Staatsanleihen ab. Auch Italiens Privathaushalte und die Unternehmen konsumierten und investierten weniger.
"Dies ist eine Folge der Verunsicherung und schwierigerer Kreditbedingungen", sagte Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle. Doch damit nicht genug: Die seit Sommer aufgelegten scharfen Sparprogramme würden Italiens Wirtschaft zum Jahreswechsel noch tiefer in die Krise stürzen, warnen Ökonomen wie Carsten Klude, Chefvolkswirt von M.M. Warburg. Er rechnet wie die Berenberg Bank damit, dass die Wirtschaftsleistung nächstes Jahr um ein Prozent schrumpft. Die Dekabank sagt sogar ein Minus von 1,3 Prozent voraus.
Um den Abschwung im Euro-Raum abzumildern und den Vertrauensverlust der Banken untereinander zu stoppen, vergab die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch erstmals eine Geldspritze an Banken über drei Jahre: Rund 500 Institute borgten sich insgesamt 489 Mrd. Euro - Rekord für ein EZB-Geldleihegeschäft.
Wie stark die Schuldenkrise gerade Italiens Banken getroffen hat, zeigt der Trick, mit dem sie am Geldleihegeschäft der EZB teilgenommen haben: Alle Institute, die sich bei der Notenbank Geld leihen wollen, müssen ein Pfand hinterlegen, oft Wertpapiere wie Staats- oder Bankanleihen. 14 italienische Geldhäuser legten am Dienstag eigene Anleihen im Volumen von fast 40 Mrd. Euro auf - einzig mit dem Zweck, sie als Sicherheit bei der EZB zu hinterlegen. Normalerweise aber akzeptiert die EZB keine unbesicherten Anleihen als Pfand, die vom Kreditnehmer selbst ausgegeben wurden. Die Anleihen wurden deshalb von Rom mit einer staatlichen Bürgschaft versehen.

Teil 2: Die Mittel der EZB

  • Aus der FTD vom 22.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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