Der Abwärtstrend im deutschen Einzelhandel hat sich im September verschärft. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge und zugleich der stärkste seit Februar.
Bereinigt um Preisschwankungen fiel das Minus mit 3,9 Prozent zwar etwas kleiner aus. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten aber lediglich mit einem Rückgang um 2,5 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat sank der Umsatz real um 0,5 Prozent. Hier hatten Experten plus 0,6 Prozent vorhergesagt.
Ulrike Kastens, Volkswirtin der Bank Sal. Oppenheim, sieht die guten Zeiten für den Einzelhandel in weite Ferne gerückt: "Lohnsteigerungen sind nicht in Sicht. Die Leute halten ihr Geld zusammen, zumal sie den Versprechungen der Politik von Steuersenkungen misstrauen. Wir rechnen deshalb mit einer deutlich schwächeren Entwicklung im Einzelhandel in den kommenden Monaten. Es wird schwerer."