Protestkundgebung "Occupy Wall Street" am 30. September 2011 in New York
Warum sollten Banken ihr Eigenkapital nicht einfach auf 30 Prozent nach oben schrauben? Das fragt der renommierte Bankenökonom Martin Hellwig. Und auch Ifo-Chef Hans-Werner Sinn erwartet eine Gesundung der Branche erst mit Einführung höherer Eigenkapitalanforderungen.
Viele internationale Fachleute sehen trotz höherer Kapitalanforderungen das neue Regelwerk für die Finanzbranche - namens Basel III - als unzureichend an, um neue Finanzkrisen zu verhindern. Es sei keine Frage, ob der nächste Crash komme, heißt es häufig auf Konferenzen - sondern lediglich, wann.
Dabei wackelt das Grundgerüst, auf dem die Regeln für die Branche fußen, gewaltig. Der Mythos der effizienten Finanzmärkte bröckelt. HWWI-Experte Straubhaar war früher ein Befürworter dieser Idee. Montag sagt er, dass Marktversagen auf den Finanzmärkten eher Regel denn Ausnahme ist.
Simon Johnson, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), konstatiert, dass hohe Volatilität und Belastung für die Gesellschaft nicht im Verhältnis zum geschaffenen Mehrwert der Branche stehe. Er kritisiert, dass Banken heute größer denn je seien - und die Politik daher mindestens ebenso erpressbar sei wie vor der Finanzkrise. Er fordert eine konsequente Aufteilung zu großer Geldhäuser.
Und Bankenökonom Hellwig stellte kürzlich in Frankfurt die Frage: "Warum beherrscht eine Community, die durch die Erfahrungen der letzten zwei Jahre völlig diskreditiert sein sollte, nach wie vor die politische Diskussion über die Regulierung und ihre Reform?"