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Merken   Drucken   27.10.2011, 22:08 Schriftgröße: AAA

Milliardenspritze für Krisenfonds: Euro-Retter hoffen auf Hilfe aus China

Die Beschlüsse zur Rettung der Gemeinschaftswährung sind gefasst, nun setzen Europas Politiker auf Milliardenhilfe aus dem Reich der Mitte. Peking wird wohl Geld investieren - stellt allerdings Bedingungen. von Peter Ehrlich  Brüssel, Leo Klimm  Paris und Christian Kirchner  Frankfurt
Die Märkte feiern die Gipfeleinigung. Zu Recht?

 

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Nach den Beschlüssen des Brüsseler Krisengipfels führen die Europäer nun konkrete Gespräche über einen Beitrag Chinas zur Euro-Rettung. Nach Informationen der Financial Times wird Peking wahrscheinlich zusätzliches Geld in den neuen Rettungsmechanismus investieren - stellt dafür aber Forderungen. Im Gespräch sind bis zu 100 Mrd. Euro. Das Geld könnte China in den Euro-Rettungsfonds EFSF oder in eine der neu zu gründenden Zweckgesellschaften pumpen, die internationales Kapital anlocken sollen.
Dass es den Europäern gelingt, Unterstützung globaler Investoren zu gewinnen, ist ein Kernelement der nach elfstündigem Gipfelmarathon in der Nacht zu Donnerstag vereinbarten Beschlüsse. Die Chinesen sind nach Japans Notenbank heute schon zweitgrößter Anleger der EFSF. Allerdings ist der Umfang noch gering, da der Rettungsfonds bislang nur sehr wenige eigene Anleihen ausgegeben hat. Ein stärkeres Engagement Chinas könnte dabei helfen, die Feuerkraft der EFSF wie auf dem Gipfel beschlossen auf über 1000 Mrd. Euro zu steigern.
10-jährige griechische Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen in ...   10-jährige griechische Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen in Prozentpunkten
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy telefonierte am Donnerstag mit Chinas Staatschef Hu Jintao, um für mehr Unterstützung zu werben. EFSF-Chef Klaus Regling wurde in Peking erwartet, wo er Gespräche über mögliche Hilfen führen will. Die neuen Zweckgesellschaften haben aus Anlegersicht den Reiz, dass sie mehr Sicherheiten bieten als Bonds von Krisenländern - und höhere Zinsen als EFSF-Anleihen.
Zentrale Forderungen der Chinesen sind nach FT-Informationen, dass Peking zumindest einen Teil des Kapitals in der Landeswährung Renminbi bereitstellen kann. Zudem hänge das Engagement davon ab, ob auch andere Länder mitmachten, und an den gebotenen Sicherheiten, sagte Li Daokui, Mitglied im geldpolitischen Komitee der chinesischen Zentralbank.
Kursinformationen und Charts
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Die Gipfelbeschlüsse versetzten Anleger am Donnerstag in Hochstimmung. Weltweit schossen die Aktienkurse nach oben. Vor allem die Papiere von Banken legten enorm zu - obwohl Teil des Pakets ein Schnitt von 50 Prozent auf griechische Staatsanleihen und neue Kapitalvorgaben für die Institute sind. Der Euro gewann deutlich.
Händler verwiesen darauf, dass der tatsächliche Kapitalbedarf europäischer Banken nun feststehe und das Geld in den meisten Fällen sogar ohne staatliche Hilfe aufgebracht werden könne. "Viele Investoren, die mit einer Enttäuschung vom EU-Treffen gerechnet hatten, drängen nun in den Markt", sagte ein Händler.
Nach massivem Druck der Regierungen stimmten Vertreter des Bankenverbands IIF während der nächtlichen Verhandlungen dem Plan zu, dass private Banken und Versicherungen mit griechischen Anleihen auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten sollen. Im Juli waren 21 Prozent vereinbart worden. Die eigentlich für September geplante Umschuldung solle nun im Januar stattfinden, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Die Euro-Staaten vereinbarten zudem, ihre Haushaltspolitik noch stärker von Brüssel überwachen zu lassen. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso wertete Währungskommissar Olli Rehn auf, indem er ihn zum Vizepräsidenten ernannte.
Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, bewertete die Beschlüsse als "großen Fortschritt". Die Staaten seien von "Ad-hoc-Politik zu umfassenden Maßnahmen" übergegangen. Indes sei das Risiko eines Euro-Kollaps "reduziert, aber nicht ausgeschlossen worden".
Die Probleme Italiens und Spaniens halten Investoren nicht für gelöst: An den Anleihemärkten sanken die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der beiden Länder nur leicht.
08:28:58 Kursinformationen und Charts
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DAX 6843,87    -0,93%  -64.31
Euro 1,32732 USD   +0,15%  0.00198
  • Aus der FTD vom 28.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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