Zwar dürfte das Minus nur bei einem viertel Prozentpunkt gelegen haben, und spätere Revisionen sind nicht auszuschließen, wie die Statistiker die Zahlen kommentierten. Der Dämpfer sitzt trotzdem. Nach dem jähen Ende des Aufschwungs ist die Gefahr durchaus nennenswert, dass die hiesige Wirtschaft in eine längere Schrumpfungsphase gerät. Zwar halten Optimisten dagegen, dass Deutschland um eine zweite Rezession in nur drei Jahren noch herumkommen werde. Immerhin sei das Ifo-Geschäftsklima zuletzt zweimal hintereinander wieder gestiegen. Die Binnennachfrage sei robust.
Ob das reicht, ist allerdings fraglich. Die deutschen Exporte wachsen im Grunde seit dem Frühsommer schon nicht mehr. Und die viel gelobte Konsumlust erweist sich bei näherem Hinsehen als sehr wackelig: die Deutschen haben 2011 real 1,5 Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahr. Das ist nur die Hälfte des gesamten Wirtschaftswachstums, und es ist im internationalen Vergleich auch eher mickrig. Wenn die Exporte wegen der Euro-Krise und den Rezessionen in den Nachbarländern richtig einbrechen, wird das wenig helfen.
Die Wirtschaft der Euro-Zone dürfte 2012 vor allem wegen der heftigen Konsolidierungsprogramme schrumpfen. Hinzu kommt die Unsicherheit für Unternehmen und Konsumenten über den Ausgang der Euro-Krise. Deutschland droht da besonders vom Abschwung betroffen zu sein, weil das Bruttoinlandsprodukt mittlerweile eben zur Hälfte an den Ausfuhren hängt. Und der europäische Währungsraum ist trotz aller Jubelmeldungen um die boomenden Schwellenländer mit 40 Prozent noch immer der größte Absatzmarkt.
Noch läuft der Arbeitsmarkt ganz gut - zuletzt sank die um saisonale Schwankungen bereinigte Zahl der Erwerbslosen sogar. Allerdings erwarten manche Fachleute bereits in den ersten Monaten des Jahres wieder Anstiege. Erstmals seit der Finanzkrise. Damit würde auch die Gefahr steigen, dass der - für 2012 einmal mehr - erhoffte Konsumboom erneut ausbleibt. Spätestens dann werden auch die Jubelmeldungen der Optimisten ein jähes Ende finden.