Bruno Frey, Professor für empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich
Der Einfluss von Geld auf die persönliche Zufriedenheit wird dagegen oft überschätzt. Menschen mit einem hohen verfügbaren Einkommen sind zwar grundsätzlich glücklicher - insofern bestätigt Freys Theorie die bisherigen Denkmodelle. Aber: Eine Steigerung bewirkt nur bei Ärmeren auch einen Anstieg des Glücksgefühls, und diesen dann auch nur für kurze Zeit. Freys Erklärung: "Menschen gewöhnen sich sehr rasch an materielle Verbesserungen." Besonders sei dies bei Gütern wie einem teuren Auto oder einer neuen Wohnung der Fall. Schon nach kurzer Zeit strebe der Mensch nach einer erneuten Verbesserung.
Anders verhalte es sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Nutzen, der daraus resultiert, ist weit nachhaltiger, wird jedoch oft unterschätzt. Hier sieht Frey die Grenzen der Rationalität des Menschen. "Immaterielle Güter kann man sich nur schwer vorstellen." Eine Freundschaft sei unheimlich wertvoll, aber ihr Entstehen und der Nutzen, den sie bringt, seien im Voraus nur schwer einzuschätzen.
Was Praktiker daraus lernen
Freys neueste Forschungsergebnisse belegen: "Glückliche Leute sind produktiver." Unternehmern sollte daher besonders daran gelegen sein, dass es ihren Angestellten gut geht. "Besonders wichtig ist, dass es flexible Möglichkeiten in Bezug auf Länge und Art der Arbeit gibt", hat Frey herausgefunden.