Die Statistiker führen die Entwicklung auf den seit zwei Jahren anhaltenden Wirtschaftsaufschwung zurück. Positiv habe zudem gewirkt, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Krisenjahr 2009 trotz des Einbruchs der Wirtschaftsleistung stabil geblieben war. Nach Einschätzung der Bundesagentur führt die stabile wirtschaftliche Lage in Deutschland dazu, dass Unternehmen ihre Belegschaften weiter aufstocken werden.
Die guten wirtschaftlichen Bedingungen begünstigten Arbeitnehmer und Selbstständige im vergangenen Jahr gleichermaßen. Die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort in Deutschland wuchs im Jahresdurchschnitt um 478.000 (1,3 Prozent) auf rund 36,5 Millionen. Die Zahl der Selbstständigen (einschließlich mithelfender Familienangehöriger) erhöhte sich um 57.000 (ebenfalls 1,3 Prozent) auf rund 4,55 Millionen.
Neue Jobs in allen Branchen
Vom Boom am Arbeitsmarkt profitierten alle Branchen. Selbst in der Industrie stieg die Beschäftigung nach zwei Jahren wieder an: 131.000 Jobs wurden dort geschaffen (plus 1,7 Prozent). Im Baugewerbe fanden durchschnittlich 38.000 Menschen mehr eine Beschäftigung als im Vorjahr (plus 1,6 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei lag die Zahl der Erwerbstätigen um 15.000 (plus 2,3 Prozent) über dem Vorjahr.
In absoluten Zahlen entstanden die meisten neuen Arbeitsplätze in Dienstleistungsberufen. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg um 357.000 oder 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anteil daran hatten die sogenannten unternehmensnahen Dienstleistungen einschließlich Zeitarbeit mit einem Plus von 214.000 Erwerbstätigen (4,2 Prozent).
Industrie verliert als Arbeitgeber an Bedeutung
Damit hält der langfristige Strukturwandel in Deutschland an, sagten die Statistiker. In den vergangenen 20 Jahren habe die Industrie erheblich an Bedeutung für die Beschäftigung eingebüßt: Dieser Sektor beschäftigte 2011 nur noch 18,7 Prozent aller Erwerbstätigen - fast zehn Prozentpunkte weniger als 1991 (28,5 Prozent).
In der Land- und Forstwirtschaft waren 2011 nur noch 1,6 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt, 1991 waren es noch 3,0 Prozent. 5,9 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2011 im Baugewerbe, 1991 lag der Anteil bei 7,6 Prozent. Spiegelbildlich kletterte der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen von 60,9 Prozent im Jahr 1991 auf 73,8 Prozent im vergangenen Jahr. Insgesamt stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland in diesen zwei Jahrzehnten von 38,77 Millionen auf 41,04 Millionen.