Die BIZ-Statistiken belegen zudem Parallelen beim explodierenden Kreditwachstum. "In Brasilien, China und Indien beispielsweise ist das Kreditvolumen von 2006 bis 2010 im Jahresdurchschnitt um 20 Prozent gewachsen - also genauso stark oder sogar stärker als in Irland oder Spanien." Die "Erfahrung einer eigenen Krise" bleibe den Schwellenländern nur erspart, wenn sie Überhitzungen schnell gegensteuerten, mahnt die BIZ.
Allerdings sieht die Finanzorganisation die Industrieländer in der Mitverantwortung. Besonders die Politik des billigen Geldes zur Konjunkturstimulierung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften verursache in den Schwellenländern schwere Schäden. Der Leitzinssatz in der Euro-Zone liegt trotz steigender Inflation nur bei 1,25 Prozent, in den USA gar nur bei 0,25 Prozent. BIZ-Chef Caruana kritisierte deshalb, dass die realen kurzfristigen Zinsen im Vorjahr weltweit mit Werten von minus 0,6 Prozent auf minus 1,3 Prozent noch tiefer gefallen seien. Anleger würden durch die höheren Ertragsaussichten dazu motiviert, "Mittel in den boomenden aufstrebenden Volkswirtschaften zu investieren". Das führe dort zu "finanziellen Ungleichgewichten" und schaffe "das Risiko einer schwerwiegenden Störung". Die Zinsen in Industrieländern müssten steigen.
Mit Blick auf die beschädigten öffentlichen Finanzen in den Industriestaaten schlägt die BIZ Alarm. Rückläufige Staatseinnahmen und höhere Gesamtausgaben in der Rezession hätten zu Defiziten in einer Größenordnung geführt, "wie sie in Friedenszeiten noch nie beobachtet worden waren". Die Fehlbeträge müssten nun rasch abgebaut werden. "Die Stimmung an den Märkten kann jederzeit umschlagen und die Regierungen zwingen, noch drastischere Maßnahmen zu ergreifen, als zu einem früheren Zeitpunkt notwendig gewesen wären", heißt es in dem BIZ-Bericht.