Indiens Premier Manmohan Singh hilft das Wachstum bei der Verringerung des Budgetdefizits
Gleichzeitig treibt das schnelle Wachstum allerdings die Preise: Im Oktober lag die Inflation bei Großhandelspreisen bei 8,58 Prozent und damit rund doppelt so hoch wie der Wert, den die Regierung als "ideal" bezeichnet. Die Verbraucherpreise verzeichnen Steigerungen von fast zehn Prozent.
Die indische Zentralbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits sechs Mal angehoben, zuletzt Anfang November. Damals hatte die Reserve Bank of India noch angekündigt, die Wahrscheinlichkeit weiterer Straffungen der Geldpolitik seien "in der unmittelbaren Zukunft relativ gering".
Sie steckt in einem Dilemma, denn erhöht sie die Zinsen weiter, lockt das weiteres Geld aus dem Ausland an. Bereits jetzt ziehen die hohen Wachstumsraten und die vergleichsweise hohen Zinsen ausländisches Kapital an: Denn während die wichtigsten Zinssätze in Indien bei 6,25 und 5,25 Prozent liegen, verharren sie etwa in den USA bei nahe null. Rund 29 Mrd. Dollar haben Anleger daher in diesem Jahr in indische Aktien gesteckt und gut 10 Mrd. Dollar in Anleihen.