Die Äußerungen des Notenbankchefs stehen für die wachsende Sorge, mit der die wichtigsten Schwellenländer auf die Kriseneskalation in der Währungsunion blicken. Insbesondere die sogenannte Brics-Gruppe der fünf mächtigsten aufstrebenden Volkswirtschaften (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) fürchtet, unter der Krise der Euro-Länder zu leiden. "Die Angst vor überschwappenden Einflüssen ist sehr groß", so Subbarao. Die Finanzminister und Zentralbankchefs der Brics-Länder appellierten nach einem Treffen in Washington an die Euro-Staaten, offensiv gegen die Krise vorzugehen. Sie boten Hilfe über den IWF oder andere Finanzinstitutionen an.
Indiens Zentralbankgouverneur verlangte, es müsse Klarheit über die Lage der Euro-Krisenländer geschaffen werden. "Die Staaten in der Euro-Zone, die insolvent sind oder als insolvent gelten, müssen eine Restrukturierung ihrer Schulden angehen", sagte der 62-jährige Ökonom. "Und bei den Ländern, bei denen es ein Liquiditätsproblem gibt, muss das angegangen werden."
Der Geldpolitiker betonte, er sei nicht über alle Details in den Euro-Krisenstaaten informiert. "Aber ich habe den Eindruck, dass Griechenland eine Restrukturierung gebrauchen könnte", sagte er. "In Portugal und Irland scheint es dagegen kein Solvenzproblem zu geben."