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Merken   Drucken   08.02.2010, 08:42 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Lauf, Athen, lauf!  

Kommentar Griechenlands Schuldenprobleme erinnern frappierend an den Staatsbankrott Argentiniens vor zehn Jahren. Die Südeuropäer haben aber noch die Chance, den Crash abzuwenden. von Kenneth Rogoff
Kenneth Rogoff lehrt an der Universität Harvard und war Chefökonom des IWF. project-syndicate.org
Sogar jetzt, da die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) Vorbereitungen für gigantische Rettungsaktionen treffen, halten die Debatten darüber an, ob Griechenland einen Staatsbankrott verhindern kann. Manche sehen in Griechenland eine Neuauflage Argentiniens und weisen auf die erstaunlichen Parallelen zu diesem Land hin, das im Jahr 2001 den weltgrößten Staatsbankrott hinlegte. Andere, wie der griechische Premierminister Giorgos Papandreou, betrachten die Probleme des Landes als schwierig, aber lösbar und beklagen sich über die Einmischung übel gesinnter ausländischer Spekulanten.

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  • Aus der FTD vom 08.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 09.02.2010 07:47:10 Uhr   fokus: Steuern - Verlust

    GR hat schon lange vor seinen Problemen mit seinem Steuersystem im Steuersenkungswettbewerb in Europa mitgespielt. Begründung: Damit könne man die Wirtschaft ankurbeln. Statt Einnahmen zu haben, wurde das nötige Geld am Kapitaqlmarkt aufgenommen. Es wird sogar kolportiert, dass G&S seine Hände mit im Spiel hatte (ftd).

    In D begann die Schuldenmacherei so richtig unter Schröder. Unternehmenssteuern ua. runter. Begründung: Die Wirtschaft ankurbeln. Das nötige Geld wurde am Kapitalmarkt aufgenommen.
    Argentinien: Dasselbe Spielchen.

    Was sind die Gründe, dass die Formel: Steuern runter, dann boomt die Wirtschaft, dann füllt sich das Steuersäckel, bisher nirgendwo da aufgegangen ist, wo es doch funktionieren sollte?

    Wer freiwillig und ohne Not seine Einnahmen absenkt, der muss sich nicht wundern, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Wer jetzt aber fordert, nachdem er die Einnahmen abgesenkt hat, man müsse jetzt an die Ausgaben gehen hat keine Ahnung von Kausalitäten, oder er will sie nicht haben. Käme die Kausalität in den Sinn, da müsste wohl die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Formel beantwortet werden müssen. Aber, wer will schon öffentlich zugeben, dass seine tagtäglich gepredigte Quasi-Religion nicht funktioniert.
    Krugman war da schon ehrlicher. "Wir haben uns unser Kapitel über Geldpolitik und Banken durchgelesen und gemerkt: Nichts davon ist mehr richtig“, erinnert sich Krugman. „Wir haben das Kapitel komplett umgeschrieben“, erzählte Krugman in der vergangenen Woche auf der Jahrestagung der American Economic Association (AEA) in Atlanta, der weltweit wichtigsten Ökonomenkonferenz (Herbst 2008). Krugmans Anekdote illustriert, wie sehr die zweite Weltwirtschaftskrise die Volkswirtschaftslehre in ihren Grundfesten erschüttert hat. Zahlreiche, über Jahrzehnte akzeptierte Modelle und Theorien wurden in wenigen Monaten diskreditiert. Kaum ein Ökonom hat die Krise kommen sehen, und die gängigen Modelle können das Geschehen weder abbilden noch erklären. Erst wenn jede Menge Annahmen (ceteris paribus, fidibus, 3 mal schwarzer Kater) als gegeben angesehen werden, dann funktionieren die Modelle auf dem Papier. Es wird aber, trotz der Nutzung der würde-Form, so getan, als ob es sich um Realitäten handele. Es wäre angebracht, wenn sich die herrschende Lehre in mehr Bescheidheit über würde.

  • 08.02.2010 16:52:14 Uhr   Win: Ehrliche Lösung
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