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16.12.2009, 21:23
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Seriensieger im Vorhersagen:
M.M. Warburg hat den besten Prognostiker
Exklusiv
Wer hat die Konjunkturentwicklung in Deutschland richtig vorhergesagt und wer lag total daneben? Die FTD hat ausgewertet, welche Prognosen über acht Jahre am zutreffendsten waren. Von den Besten arbeitet keiner in der Bundesrepublik.
von Thomas Fricke ,
Charlotte Bartels
und Martin Kaelble, Berlin
Der Spott ist den Prognostikern sicher, spätestens seit Ausbruch der Finanzkrise: Die Vorhersagen zur Konjunktur stimmten selten, sagen Kritiker. Und wenn, dann sei das eher Zufall. Wirklich? Der Spott relativiert sich bei näherer Betrachtung. Wie die FTD-Auswertung der besten Jahresprognostiker im Schnitt der vergangenen acht Jahre ergibt, hängt das Urteil eher vom Betrachteten ab. Da liegen einige Experten mit relativ hoher Konstanz ganz oben - und andere auffällig oft daneben.
Carsten Klude hat seit 2002 den Konjunkturverlauf am besten vorausgesagt
Der zuverlässigste Prognostiker ist nach der aktuellen Auswertung 2009 Carsten Klude von M.M. Warburg. Der Ökonom aus Hamburg überholte in der Langzeitauswertung dieses Jahr die Französin und bisherige Topprognostikerin Véronique Riches-Flores von der Société Générale. An dritter Stelle der FTD-Auswertung rangiert Holger Schmieding, Europachefvolkswirt der Bank of America.
Die FTD prüft seit 2002 jeweils zum Jahresende, wie treffgenau die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts vorhergesagt wurde. Dabei werden die Prognosen von rund 50 Banken und Instituten ausgewertet. Die Langfristrangliste ergibt sich aus der durchschnittlichen Platzierung über acht Jahre.
Zwar landen auch Topprognostiker in Ausreißerjahren schon einmal nur auf Platz 20, wie das bei Carsten Klude 2004 der Fall war. Nur ist das bei den Besseren eher die Ausnahme. Klude kam in eindrucksvollen sechs der acht Jahre unter die besten zehn, wurde im Aufschwungjahr 2006 Zweiter und war im konjunkturell noch magereren Vorjahr 2005 Sieger. Im Schnitt ergibt das Platz neun. Ähnliches gilt für SG-Ökonomin Riches-Flores (im Schnitt 10,5) und Bank-of-America-Experte Holger Schmieding (11).
Auffällig ist, dass zwei der drei Besten gar nicht in Deutschland arbeiten, sondern in Paris und London. Und dass Véronique Riches-Flores ebenso wenig Deutsch spricht wie Frédérique Cerisier, die gerade ermittelte Einzelsiegerin 2009 (siehe FTD vom 15. Dezember). Das lässt vermuten, dass es zumindest kein Nachteil ist, das Geschehen aus einer gewissen Distanz zu verfolgen und sich nicht allzu stark von Stimmungen im Land oder gar politischem Eifer treiben zu lassen.
Teil 2: Klude nennt sein Erfolgsrezept
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Aus der FTD vom 17.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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