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Wieviel Wirtschaftsleistung braucht die Welt? Die Debatte über eine Neudefinition gewinnt an Fahrt: Geht es um Geld, Glück oder etwas anderes? Eine Kommentarserie der Financial Times Deutschland zum Thema Wachstum

Merken   Drucken   15.12.2009, 10:24 Schriftgröße: AAA

Systemfrage: Macht Wachstum glücklich?  

Kommentar Die Glücksforschung legt nahe, dass Zufriedenheit kaum vom absoluten Wohlstandsniveau abhängt. Was zählt, ist der Vergleich mit anderen - und womöglich der Wachstumsprozess an sich. von Ulrich van Suntum
Ulrich van Suntum leitet das Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Münster. Er hat im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft einen Lebenszufriedenheitsindikator ("Glücks-BIP") für Deutschland entwickelt, der am Dienstag vorgestellt wird.
Der Mensch lebt nicht vom BIP allein. Das wussten schon die alten Griechen, auch wenn sie noch kein Bruttoinlandsprodukt errechneten. Der Philosoph Epikur gilt als Begründer des Hedonismus. Damit war aber - entgegen dem heutigen Sprachgebrauch - nicht die grenzenlose Lust am Konsum gemeint. Im Gegenteil, Epikur empfahl ein Leben in Bescheidenheit und innerer Ruhe, nur das mache auf Dauer wirklich glücklich. Der Atheist lag damit ganz auf der Linie späterer großer Religionslehrer wie Kirchenvater Augustinus und Siddharta Gautama, dem Begründer des Buddhismus. Beide hatten in ihrer Jugend ein ausschweifendes Luxusleben geführt, waren dabei aber nicht glücklich geworden.

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  • FTD.de, 15.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 15.12.2009 12:54:35 Uhr   Rudolf: zurück ins Mittelalter?

    "Es wäre allerdings vorschnell, daraus auf einen quasi glücksbedingten Zwang zu ständigem Wirtschaftswachstum zu schließen. Denn das Streben der Menschen kann sich ja auch auf andere Werte richten. Der eine treibt Sport, der andere spielt Schach, ..."

    klar: wer arm geboren wurde, und mangels Wirtschaftswachstum nicht die Möglichkeit erhält, nach "oben" zu kommen,
    der soll halt ... Schachspielen.

    Gesellschaftlicher Status wird gleich mit der Geburt geregelt:
    der eine Herr - der andere Knecht.

    Is halt so.
    "der liebe Gott hat's so gewollt ..."

    ... soll er halt Schach spielen, der Knecht...
    ... aber -natürlich- erst nach der Erfüllung der "Dienstleistungen" für den edlen Herrn...

    da werden sich demnächst wohl gewaltige Spannungen auf tun...
    ... der Druck im Kessel nimmt stetig zu...

  • 15.12.2009 10:51:33 Uhr   Strichnid: Wachstum, Wachstum
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