Teuerungsindikator:Getreide jagd Großhandelspreise nach oben
Die Hitzewelle im Frühsommer sorgte für Ernteausfälle im großen Stil. Das treibt die Getreidekosten binnen Jahrefrist um mehr als ein Drittel nach oben. Der Anstieg wirkt sich auf die Großhandelspreise aus.
Eine Kostenexplosion bei Getreide hat die deutschen Großhandelspreise im August so stark steigen lassen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie zögen um durchschnittlich 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. "Dies war die höchste Jahresteuerungsrate seit August 2008 mit plus 6,8 Prozent", hieß es. Im Vergleich zum Vormonat wurden die Preise um 1,6 Prozent angehoben.
Preistreiber Nummer eins waren Getreide, Saatgut und Futtermittel. Sie kosteten 39,3 Prozent mehr als im August 2009 und 21,5 Prozent mehr als im Vormonat. Grund dafür waren Ernteausfälle in Deutschland aufgrund der Hitzewelle und das russische Verbot von Getreideausfuhren. Der weltweit drittgrößte Getreideexporteur hat die Lieferungen nach einer schweren Dürre bis Jahresende ausgesetzt.
Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, da sie die Richtung für die Preise im Einzelhandel vorgeben. Die meisten Experten sagen für dieses und nächstes Jahr aber weitgehend stabile Preise voraus. Die Teuerungsrate lag im August mit 1,0 Prozent deutlich unter der Schwelle von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank Preisstabilität gewährleistet sieht. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sagt für 2010 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,1 Prozent voraus und rechnet für 2011 mit 1,6 Prozent.
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