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Merken   Drucken   11.09.2009, 11:46 Schriftgröße: AAA

US-Konjunkturpolitik: Zum Bremsen ist es noch zu früh  

Kommentar Die Rezession ist vorüber - und der Zusammenbruch des Finanzsystems wurde vermieden. In Europa und den USA wächst die Wirtschaft wieder. Trotzdem tut US-Finanzminister Geithner gut daran, vor einem Ende der Staatshilfen zu warnen. Nur im Finanzsektor haben einige Stützungsaktionen ihren Dienst erfüllt. von Hubert Beyerle
US-Finanzminister Timothy Geithner  hat das Dilemma selbst formuliert: Es seien die klassischen Fehler in einer solchen Situation, einerseits zu spät zu reagieren und dann die Bremsen zu schnell wieder anzuziehen. Den ersten Fehler hat die US-Regierung vermieden, und auch den zweiten wird sie nicht machen. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", sagte er. Es wäre sicher zu früh, schon wenige Monate nach dem Ende der Rezession die Zügel wieder anzuziehen, und daran denkt die US-Regierung auch nicht.
Anders sieht es mit speziellen Notprogrammen für den Finanzsektor aus. Viele Banken in den USA können inzwischen staatliche Hilfen zurückzahlen, weil sie bereits wieder privates Kapital aufnehmen können - ohne staatliche Garantien. Die Anleger haben Vertrauen zurückgewonnen, und die Zinsen für Kredite sind äußerst niedrig.
Geithner signalisiert, dass die Hilfen für den Finanzsektor ihren Dienst geleistet haben und langsam daran gedacht werden kann, diese zurück zu fahren. Mit der Aussage, sie seien langsam wieder stark genug, auf eigenen Füßen zu stehen, hilft Geithner den Banken sogar, denn er stärkt damit das Vertrauen der Investoren.
Klar aber ist: Nicht nur das Timing ist entscheidend. Wichtig ist auch, genau zwischen verschiedenen Hilfen zu unterscheiden. Das Programm zur Rettung der Geldmarktfonds etwa kann auslaufen, weil der Run auf diese Anlagen tatsächlich verhindert wurde. Um aber die Leitzinsen anzuheben, wäre es jetzt noch viel zu früh.
  • FTD.de, 11.09.2009
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