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25.12.2010, 16:15
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Währungspolitik:
China forciert Kampf gegen Inflation
Die Wirtschaft der Volksrepublik wächst und wächst. Allerdings gilt das auch für das Preisniveau in China. Deshalb erhöht die Regierung in Peking schon zum zweiten Mal binnen weniger Wochen die Zinsen.
Im Kampf gegen die Inflation hat China zum zweiten Mal in gut acht Wochen die Leitzinsen erhöht. Für einen einjährigen Kredit hob die Notenbank den Zinssatz des Renminbi um 25 Basispunkte auf 5,81 Prozent an. Die Erhöhung gilt nach einer Mitteilung des Instituts ab Sonntag. Die Entscheidung dürfte absichtlich in der Weihnachtszeit gefällt und verkündet worden sein. Die wegen der Feiertage geschlossenen Weltbörsen können sich - anders als bei der Leitzinserhöhung im Oktober - darauf einstellen.
In einer chinesischen Bank werden Geldscheine gezählt
Rasant steigende Lebensmittelpreise hatten die Inflationsrate im November auf 5,1 Prozent getrieben - den höchsten Stand seit knapp zweieinhalb Jahren. Die meisten Experten hatten mit einer Zinsanhebung gerechnet, allerdings erst zu Beginn des kommenden Jahres. Für die Geschäftsbanken wurden in diesem Jahr bereits die Mindestreserve-Anforderungen sechs Mal gesteigert.
Erst Mitte Oktober hatte Chinas Zentralbank eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte verkündet und den Markt in Erstaunen versetzt. Der Dollar war damals in den ersten Minuten nach der Verkündung des Beschlusses gegenüber fast allen wichtigen Währungen gestiegen. "Die Zinserhöhung lag völlig außerhalb der Markterwartungen", hatte Zhu Jiangfang, Chefvolkswirt bei Citic Securities in Peking, die Aktion kommentiert. Wang Tao, Volkswirt der UBS mit Sitz in Peking, sagte seinerzeit: "Dies ist der Beginn einer Serie von Zinserhöhungen im nächsten Jahr."
Seither gab es unterschiedliche Signale, mit welchen Mitteln und wie stark die Volksrepublik die Teuerung im Land bekämpfen wird und entsprechend ihre Geldpolitik strafft.
Mitte Dezember meldete die "China Securities Journal", Peking werde die Kreditvergabe im kommenden Jahr nicht einschränken. Die Banken dürften 2011 genau wie in diesem Jahr voraussichtlich Darlehen im Umfang von 7500 Mrd. Yuan (850 Mrd. Euro) aushändigen.
Zugleich änderte die Regierung aber ihr Inflationsziel. Statt der bisher angestrebten Marke von drei Prozent soll der Wert nach Angaben des staatlichen Fernsehens ab Januar bei vier Prozent.
Viele Chinesen erwerben aus Angst vor Inflation Gold. Im vergangenen Jahr kletterte die Gesamtnachfrage aus dem Land laut der Lobbygruppe World Gold Council auf 450 Tonnen. Für dieses Jahr erwarten Analysten eine weitere Zunahme. Auch die chinesische Notenbank hat ihre Goldreserven in der jüngsten Vergangenheit stark ausgebaut.
Grund für die Flucht ins Gold ist auch eine drohende Immbolienblase. Peking hat Schritte unternommen, die Gefahr zu bannen. Aus Sorge vor einer Überhitzung des Marktes untersagte China Ausländern, mehr als eine Wohnung oder ein Haus in der Volksrepublik zu kaufen. Ausländische Unternehmen dürfen demnach nur noch Immobilien erwerben, die sie selbst nutzen. Experten halten das für ungenügend. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangt eine schärfere Besteuerung von Vermögen.
Teil 2: Aus dem Ausland fließt viel Kapital zu
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FTD.de, 25.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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