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Merken   Drucken   19.07.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

Wirtschaftspolitik: Gespenstisches Vertrauen in die Märkte  

Kommentar Die Märkte versetzen Europas Regierungen in Aufruhr. Gerade in Krisenzeiten führen sie ein schwer nachvollziehbares Eigenleben. Deshalb muss sich die Politik ihnen widersetzen. von Dani Rodrik
Dani Rodrik ist Professor für Volkswirtschaft an der US-Universität Harvard. www.project-syndicate.org
Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Marktvertrauens. Als Karl Marx 1848 die erste Zeile seines berühmten Manifests niederschrieb, war es die Angst vor dem Kommunismus, die die Regierungen umtrieb. Heute ist es die Furcht, dass sich die Stimmung am Markt gegen sie wendet und die Spreads für ihre Staatsanleihen in die Höhe treibt. Die Regierungen überall auf der Welt kürzen ihre Haushalte, obwohl die Arbeitslosigkeit hoch bleibt und die Nachfrage der Privathaushalte kaum Lebenszeichen von sich gibt. Viele nehmen Strukturreformen vor, an die sie nicht wirklich glauben - nur weil es für die Märkte sonst schlecht aussähe.

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  • FTD.de, 19.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 26.07.2010 23:13:16 Uhr   Komplex aber einfach: Der Markt existiert

    Genauso wie der Mensch mehr ist als die Summe seiner Teile (Zellen) gilt dies auch für Staaten, Ideologien, Religionen und Märkte. Man kann also durch aus sagen "der Islam", "der Sozialismus" und "die Märkte".
    Der beste Weg Komplexität nicht zu verstehen ist die differenzierte Betrachtung. Deswegen liegt die "schwäbische Hausfrau" mit ihrem Verständnis von Wirtschaft ja auch meistens viel richtiger als der Experte, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
    Mit den Märkten und der Politik ist es derzeit doch eher umgekehrt als in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Die Politik steht an der Wurzel aller Probleme (Geldschwemme, Deregulierung, Schulden) und wälzt die Schuld auf die Märkte ab. Dabei setzen die Märkte nur das Ökonomische Gesetz um, gegen dass sie die Macht nie dauerhaft versündigen kann.

  • 23.07.2010 19:41:20 Uhr   Jaroslav Maerten: Guter Artikel!
  • 19.07.2010 16:44:42 Uhr   Karl-Heinz Andresen: Stimmungen und soziale Konstrukte.
  • 19.07.2010 12:00:52 Uhr   Jean Pierre Bastiat: Wenn man "die Märkte" sprechen wil...
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