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Merken   Drucken   10.04.2011, 11:59 Schriftgröße: AAA

1. Bundesliga: FC Bayern trennt sich vorzeitig von Trainer van Gaal

Die Münchner zeigten im Derby gegen Nürnberg eine schwache Leistung und gefährdeten die Champions-League-Qualifikation. Van Gaal muss daher mit sofortiger Wirkung seinen Posten räumen. Ursprünglich sollte er bis zum Saisonende Trainer bleiben.
Zum Saisonende war die Trennung beschlossene Sache, jetzt geht alles noch viel schneller. Der FC Bayern München trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Louis van Gaal. Das teilte der Verein am Sonntag mit. Nach dem 1:1 in Nürnberg und dem Abrutschen auf Rang vier zog der FC Bayern die Reißleine. Van Gaals Assistent Andries Jonker soll den FC Bayern vor dem "Horrorszenario" Europa League bewahren.
Louis van Gaal soll als Trainer des FCB entlassen worden sein   Louis van Gaal soll als Trainer des FCB entlassen worden sein
Bereits am Samstagabend hatten die besorgten Bayern-Bosse dem Vernehmen nach über die prekäre Situation beraten. Nicht nur die verpassten Punkte, sondern auch die Art und Weise, wie sie verspielt wurden, gaben höchsten Anlass zur Besorgnis. Wie in der Spielzeit 2007/08 droht wieder die 2. Liga Europas. Dazu sorgte Arjen Robben am Samstag mit einer Roten Karte wegen Beleidigung nach dem Schlusspfiff für den unrühmlichen Höhepunkt.
"Wir brauchen uns nicht beschweren, wenn wir solche Fehler machen. Dann gehören wir nicht zum oberen Drittel", sagte Bastian Schweinsteiger. Riesengroß ist die Sorge, das Minimalziel Champions League zu verpassen und nur in der Europa League spielen zu dürfen. "Daran will keiner denken", sagte Kapitän Philipp Lahm.
Dass der FC Bayern Trainer van Gaal nun entlässt, ist ...

 

Dass der FC Bayern Trainer van Gaal nun entlässt, ist ...

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Bis Jupp Heynckes am 1. Juli übernimmt, soll Jonker zusammen mit FCB-Urgestein Hermann Gerland retten, was noch zu retten ist. Nach dem Remis vom Samstag und Hannovers 2:0-Sieg gegen den FSV Mainz sind die Münchner wieder nur Vierter. "Das ist bitter, weil wir uns Platz drei letztes Wochenende hart erarbeitet haben - und nach einem Spieltag ist er schon wieder weg", sagte Lahm.
Zwar entschuldigte sich Robben nach der Kurzschluss-Reaktion beim von ihm beleidigten Referee Knut Kircher und seinen Mitspielern. Unterschwellig klang beim Niederländer aber auch Kritik am wieder einmal enttäuschenden Auftritt des Rekordmeisters an. "Wir müssen nächstes Jahr Champions League spielen, und dafür muss man alles machen. Und wenn wir dann wieder so ein Spiel weggeben, dann bin ich einfach sehr sauer", sagte Robben. "Aber ich muss das dann mit meinen Mitspielern in der Kabine machen und nicht auf dem Platz mit dem Schiri." Von jedem Akteur fordert er "200 Prozent". Geschätzte zwei Spiele dürfte der beste Rückrundenmann der Münchner ausfallen.
Im 182. bayerisch-fränkischen Derby, in dem die Nürnberger erst nach der Pause dagegenhielten und ihre Ambitionen auf die Europa League wahrten, brachten sich die Münchner selbst um einen Sieg. Vorne waren Mario Gomez & Co. zu harmlos, hinten war ein Fauxpas von Kraft für das Gegentor verantwortlich. Scheinbar hatte der aus seinem Tor gestürmte Jung-Keeper den Ball unter Kontrolle, lupfte diesen aber schlampig auf Kapitän Lahm - Christian Eigler hob den Ball aus etwa 40 Metern ins leere Bayern-Tor.
Mit finsteren Mienen registrierten die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge den nächsten Rückschlag auf dem erhofften Weg in die Champions League. Udinese Calcio, Stade Rennes oder Athletic Bilbao könnten im nächsten Jahr statt Inter Mailand, Manchester United oder dem FC Barcelona die Gegner sein.
  • dpa, 10.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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