Die Trolli-Arena vom Zweitligaverein SpVgg Greuther Fürth
Nur 6800 Zuschauer waren gekommen - ein erbärmlicher Besuch, wieder einmal, in Fürth ist das traurige Normalität. Selbst Trainer Mike Büskens wollte dazu nicht schweigen: "Dieses Spiel hätte mehr Zuschauer verdient gehabt", raunzte er. Am Sonntag, nach dem Sieg über Union Berlin, hielt er den Mund. 6400 Zuschauer kamen da - rund 800 davon aus der Hauptstadt. Gewonnen hat mal wieder die Heimmannschaft.
Mit durchschnittlich etwa 6000 Zuschauern liegt der Traditionsverein im unteren Viertel aller Zweitligisten. Der 1.FC Nürnberg, dessen Stadion keine 15 Kilometer vom Ronhof entfernt liegt, baut auf die Unterstützung von 475 Fanklubs. Wenn das "Kleeblatt" einen neuen begrüßt, räumt die Stadionzeitung der frohen Kunde eine ganze Seite frei.
Dabei ist der derzeit dienstälteste Zweitligist, der sich Jahr für Jahr in der Spitzengruppe hält, ein echter Underdog. Sein Etat liegt stets im deutlich einstelligen Millionenbereich - und damit im unteren Drittel aller Zweitligisten. Über 10 Mio. Euro hat der Klub seit dem Zweitligaaufstieg 1997 durch Transfers eingenommen - nur knapp über 2 Mio. ausgegeben. Jahr für Jahr verlassen den Verein seine besten Spieler: Roberto Hilbert und Nationalspieler Heiko Westermann wuchsen am Ronhof auf, vor der Saison ging Sami Allagui nach Mainz.
Man definiert sich als Ausbildungsverein, das setzt eine hohe Frustrationsbereitschaft voraus. Dabei hat das Kleeblatt, wie der Klub sich auch nennt, eine tolle Entwicklung absolviert. Ende der 80er-Jahre steckte es noch in der Landesliga - doch das tröstet die vielen auffallend alten Zuschauer im Ronhof wenig.