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Merken   Drucken   15.04.2011, 16:31 Schriftgröße: AAA

30. Bundesliga-Spieltag: Bayern gegen Heynckes

St. Pauli, Wolfsburg und Stuttgart stehen vor dem 30. Spieltag am Abgrund. Und dass der künftige Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes seinem Bald-Arbeitgeber kräftig die Suppe versalzen könnte, gibt dem Ligaendspurt zusätzliche Würze.
Der Showdown steht bevor: Die Bundesliga ist in aller Munde. Vor den letzten fünf Durchgängen der 48. Saison herrscht Hochspannung. Der einstige Meistermacher Felix Magath und sein VfL Wolfsburg stehen im "Kellerduell" gegen den FC St. Pauli unter Erfolgsdruck. Bei Jupp Heynckes schlagen gleich zwei Herzen in der Brust: Gewinnt er mit der Werkself bei Bayern München, wahrt der Bayer-Coach mit Leverkusen die Titelchance, mindert in diesem Fall aber die Aussichten seines künftigen Arbeitgebers, in der kommenden Saison an der Champions League teilnehmen zu können.
Karl-Heinz Rummenigge hat den Bayern-Fans einen offenen Brief ...   Karl-Heinz Rummenigge hat den Bayern-Fans einen offenen Brief geschrieben
Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge wandte sich mit einem geradezu flehenden Brief an die eigenen Fans: Alle müssten zusammenstehen, alle müssten sich als Einheit zeigen. "Mia san mia. Und mia san ein FC Bayern". Bei Tabellenführer Borussia Dortmund sehen sie dem Treiben der anderen vor der Sonntagspartie gegen den SC Freiburg trotz des auf fünf Zähler geschrumpften Vorsprungs auf Leverkusen gelassen entgegen. "Das Schlimmste, was passieren kann, ist doch, dass wir immer noch Erster sind", sagte Innenverteidiger Mats Hummels den "Ruhr Nachrichten" an.
Im Wechsel von Louis van Gaal zu Bayern-Interimslösung Andries Jonker, der gegen Bayer auf die gesperrten Profis Arjen Robben und Holger Badstuber verzichten muss und Jörg Butt wieder zur Nummer 1 befördern dürfte, sieht der ehemalige Münchner Hummels einen psychologischen Vorteil für den entzauberten Rekordtitelträger: "Ich rechne damit, dass die Bayern das Spiel für sich entscheiden. So etwas löst innerhalb einer Mannschaft immer etwas aus."
VfB-Trainer Bruno Labbadia steht mit seinen Schwaben mit dem ...   VfB-Trainer Bruno Labbadia steht mit seinen Schwaben mit dem Rücken zur Wand
Auch beim VfB Stuttgart, der beim heimstarken 1. FC Köln antreten muss, hat Bruno Labbadias Wirken tabellarisch noch keine nachhaltige Wirkung gezeigt. Die Schwaben stehen nach dem 2:4 gegen Kaiserslautern mit dem Rücken zur Wand. Die Pleite sei "aufgearbeitet", das Team habe im Training "eine gute Reaktion" gezeigt. Labbadias Vorhaben: Sieg in Müngersdorf und damit Gastgeber FC "wieder mitten reinziehen in den Abstiegskampf".
"Auf Schalke" hat es mit dem neuen Trainer Ralf Rangnick sofort funktioniert, die Qualifikation für das Halbfinale in der Königsklasse und vier Siege nacheinander sprechen Bände. In Wolfsburg und Frankfurt ist jeglicher Effekt bislang hingegen verpufft: Magath ist mit dem VfL ebenso sieglos wie Christoph Daum vor dem Gang mit der Eintracht zu 1899 Hoffenheim.
Magath reagierte auf den drohenden Absturz: Er verordnete seinen Profis "innere Einkehr" in einem Kloster. "Ich möchte, dass wir uns alle hundert Prozent auf die Partie konzentrieren", sagte er angesichts der schwierigen Lage, die bei St. Pauli noch dramatischer ist: Die Mannschaft des amtsmüden Holger Stanislawski hat siebenmal nacheinander verloren.
St.-Pauli-Lokalrivale Hamburger SV muss das Nordderby gegen den Überraschungsdritten Hannover 96 unbedingt gewinnen, um im Rennen um einen internationalen Startplatz zu bleiben. Widersacher 1. FC Nürnberg hat einen Punkt Vorsprung, holte aber vor dem Auftritt in Kaiserslautern aus drei Begegnungen lediglich einen Zähler. Coach Dieter Hecking sagt: "Wir wollen maximalen Erfolg und das i-Tüpfelchen auf eine gute Saison setzen." Nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause gibt der schwedische Innenverteidiger Per Nilsson sein Comeback in der fränkischen Startelf.
  • dpa, 15.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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