Bayern München hat seinen Siegeszug in der Fußball-Bundesliga mit Mühe und späten Toren fortgesetzt. Der souveräne Spitzenreiter gewann am Samstag im 93. Nord-Süd-Klassiker bei Werder Bremen trotz einiger Problemen mit 2:0 (0:0) und festigte damit seine Tabellenführung. Die jungen Bremer dagegen stecken im Mittelfeld der Tabelle fest.
Während die Bayern souverän, aber glanzlos siegten, schaltete Borussia Dortmund am Abend den Turbo ein. Gegen überforderte Gladbacher siegte der Meister mit 5:0 (2:0). Der überragende Reus traf gegen seinen Ex-Club zweimal, die weiteren Tore schossen Subotic, Gündogan und Błaszczykowski. Die Gäste mussten auch noch den verletzungsbedingten Ausfall ihres Torwarts Andre ter Stegen beklagen. Es war ein bitterer Abend für Mönchengladbach, das sich nach Platz 4 in der vergangenen Saison jetzt nach unten orientieren muss.
Der Deutsche Meister sprang dagegen auf Tabellenplatz drei, hat nach sechs Spieltagen aber unverändert sieben Punkte Rückstand auf die dominanten Bayern. Vor einem Jahr betrug der Rückstand allerdings sogar acht Zähler, bevor der BVB zur furiosen Aufholjagd ansetzte.
Die Münchener hatten in Bremen weit mehr Mühe als bei ihren bisherigen Siegen. Ein Doppelschlag brachte die Entscheidung: Beim sechsten Sieg im sechsten Punktspiel schoss Luiz Gustavo vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion das erlösende Tor erst in der 81. Minute, ehe der eingewechselte Mario Mandzukic nur zwei Minuten später mit seinem sechsten Saisontor erhöhte.
Die Bayern hatten deutlich mehr Probleme als zuletzt gegen Wolfsburg. Die Bremer standen hinten kompakt, spielten extrem konzentriert. Eigene Offensiv-Aktionen und schnelles Passspiel gab es allerdings eher selten, vor allem gegen Ende des Matches erspielten sich die Bayern ein klares Übergewicht und endlich auch eine Reihe guter Chancen. Die großte Bremer Chance vergab Marko Arnautovic in der 70. Minuten.
Die meiste Gefahr bei Bayern ging von Franck Ribéry aus. Der Franzose zeigte ein paar schöne Dribblings gegen den unsicheren Werder-Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie und knallte den Ball vier Minuten nach dem Wechsel gegen den Pfosten.
Besonders im Blickpunkt stand am Samstag ein ehemaliger Bremer: Vor dem Spiel wurde Claudio Pizarro offiziell von der Werder-Clubführung verabschiedet. Der langjährige Sturmführer hatte seinen Wechsel von Bremen zu den Bayern erst nach Saisonschluss bekanntgegeben und erhielt daher mit Verspätung Blumen und ein Bild. Die Fans bedankten sich mit viel Applaus und pfiffen nicht - anders als vor Jahren nach dem Wechsel von Miroslav Klose zu den Bayern. Das bei den Anhängern beliebte Schlitzohr hatte bei seinen zwei Engagements in Bremen zusammen 159 Spiele für Werder absolviert und kam am Samstag zu seinem insgesamt 338. -Bundesligaspiel.. Da es ein besonderes Spiel für ihn war, durfte Pizarro von Beginn an spielen, und Mandzukic blieb zunächst auf der Bank.
Die anderen Spielen boten nicht mehr Dramatik als der Nord-Süd-Klassiker. Es war bis zum Abendspiel in Dortmund ein enttäuschender Samstag, nachdem der Spieltag mit dem 2:2 von Fortuna Düsseldorf gegen Schalke 04 so dramatisch begonnen hatte.
Bayer Leverkusen hatte mit Sidney Sam den Mann des Tages auf seiner Seite, der Greuther Fürth mit zwei Toren in der zweiten Halbzeit im Alleingang bezwang. Der Fürther Aufsteiger fiel durch das 0:2 in Leverkusen auf Platz 17 zurück.
Der FC Augsburg holte in einem enttäuschenden Spiel immerhin einen Punkt in Hoffenheim, bleibt aber Tabellenletzter. Der Gastgeber war beim 0:0 gedanklich eher bei seinem Mittelfeldspieler Boris Vukcevic, der nach einem Unfall im Koma liegt.
Der HSV setzte seinen Aufschwung fort. Wie schon beim Heimsieg gegen Dortmund brauchten die Hamburger gegen Hannover 96 aber erneut viel Glück und einen starken Torhüter Rene Adler. Am Ende hieß es 1:0 durch ein Tor von Stürmer Rudnevs. Rechtzeitig zur großen Jubiläumsfeier anlässlich des 125. Geburtstages des Vereins hat sich die Mannschaft aus dem Tabellenkeller befreit und ist jetzt dem Rivalen Werder Bremen auf den Fersen.
Frühzeitig auf die Siegerstraße brachte sich der VfB Stuttgart, der mit einem 2:0 in Nürnberg seinen ersten Dreier unter Dach und Fach brachte. Die Stürmer Ibesivic und Harnik schossen die Tore und sorgten bei Trainer Bruno Labbadia für Erleichterung.