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Merken   Drucken   07.07.2011, 15:37 Schriftgröße: AAA

Ärger bei Bayern München: Erneutes Plakat-Mobbing gegen Manuel Neuer

Rekordmeister und Fans haben sich extra abgesprochen: Keine bösen Plakate mehr, nur noch herzliche Willkommensgrüße. Doch schon im Trainingslager zerstörte eine kleine Gruppe die Idylle um den Neuzugang aus Schalke. von Christian Kunz
Ein neuerliches Plakat gegen Manuel Neuer hat beim FC Bayern München wieder für Ärger gesorgt. Einen Tag nach der Unmutsbekundung gegen den Fußball-Nationaltorwart beim Testspiel in Arco distanzierte sich der Club von den "Schmähungen". "Aufgrund der Vorkommnisse sind die Personen dieser Gruppierung beim FC Bayern München ab sofort 'Persona non grata'", hieß es in der am Donnerstag versandten Erklärung des Vorstands.
Manuel Neuer muss wieder Ablehnung von Fans ertragen   Manuel Neuer muss wieder Ablehnung von Fans ertragen
Welche Folgen das für diese Anhängergruppe hat, wurde nicht mitgeteilt. Noch am Wochenende hatte der Verein mit Fan-Vertretern an einem "Runden Tisch" zusammengesessen und laut Verein auch bei der brisanten Personalie Neuer eine Übereinkunft erzielt.
Neuer, der im Trainingslager von den meisten Bayern-Fans viel Beifall bekam, musste am Mittwoch beim 15:0 über eine lokale Auswahlmannschaft vor rund 2500 Zuschauern ein neues Plakat von Fußballanhängern gegen seine Person lesen. "Du kannst auch noch so viele Bälle parieren. Wir werden dich nie in unserem Trikot akzeptieren", stand dort groß geschrieben.
Einige Fans nehmen Neuer nicht nur dessen "königsblaue" Vergangenheit übel, sondern auch seinen Jubel wie Oliver Kahn nach einem Sieg im April 2009. Beim 1:0 freute sich der Schalker wie Kahn 2001 nach der Last-Minute-Meisterschaft gegen die Gelsenkirchener an der Eckfahne. "Das war keine Aktion, die gegen Oliver Kahn und Bayern München gerichtet war", sagte Neuer im Trainingslager. "Ich habe einfach irgendwie einen Blackout gehabt. Das war einfach spontan, das konnte ich, glaub' ich, gar nicht richtig steuern."
"Der FC Bayern München distanziert sich sowohl von dem Plakat gegen Manuel Neuer als auch von den Akteuren dieser kleinen Gruppierung. Wir möchten ferner darüber informieren, dass es sich hierbei um eine sehr kleine, beim FC Bayern nicht registrierte Gruppierung handelt", teilte der Rekordmeister mit. Neuer selbst mochte sich nicht äußern. "Schade, dass es so ist", sagte Bastian Schweinsteiger zur Plakat-Aktion.
Dabei hatte sich der vom FC Schalke gekommene Nationaltorwart nach dem herzlichen Empfang bei der Saisoneröffnungsfeier am Wochenende "erleichtert" gezeigt. "Dass es so positiv wurde, habe ich selbst auch nicht gedacht", sagte der 25 Jahre alte Torwart im Trainingslager in Riva del Garda. Beim "Runden Tisch" war Neuer nicht dabei gewesen.
"Der Versuch dieser kleinen Gruppierung, einen Keil in die Übereinkunft zwischen den Teilnehmern des Runden Tisches zu treiben, wird sowohl von den Verantwortlichen des FC Bayern München als auch von den Fanvertretern zurückgewiesen", hieß es in der Bayern-Erklärung vom Donnerstag.
  • dpa, 07.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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