"Eine tolle Idee, nicht?", sagt Coelho, lacht und wendet sich seinem PR-Agenten Mike Lee zu. Der Inhaber der Firma Vero Communications hat vor vier Jahren in Singapur schon Cherie und Tony Blair gecoacht, als London Olympiastadt 2012 wurde. Er macht, soweit sich das überblicken lässt, in Kopenhagen den besten Job aller vier Bewerber.
Gewaltiger Aufmarsch von Staats- und Regierungschefs
Die Episode verdeutlicht, wie raffiniert Rios Bewerber vorgehen. Sie setzen nicht nur auf politische Schwergewichte. Sie sind bis 30 Stunden vor der Entscheidung die Einzigen, die wirklich Emotionen wecken.
Selten zuvor hat sich ein IOC-Kongress derart hochgeschaukelt. Allein der Aufmarsch an Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen ist gewaltig - als hätte die Klimakonferenz, die im Dezember dort stattfinden wird, schon begonnen. In jedem Bewerberland ist Olympia Chefsache geworden, zuletzt in den USA: Am Montag verkündete das Weiße Haus,
Barack Obama werde als erster US-Präsident höchstpersönlich in Dänemark in den Vierländerkampf eingreifen - und am Freitag eine seiner flammenden Reden halten. Die Entscheidung "wird spannender als bei der Bundestagswahl", sagt Claudia Bokel, die einzige deutsche Frau im IOC.