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Merken   Drucken   20.11.2011, 19:14 Schriftgröße: AAA

Albtraumjob: DFB will Belastung für Schiris senken

Nach dem Selbstmord von Robert Enke macht der Suizidversuch von Schiri Rafati deutlich: Psychischer Druck durchzieht den Profifußball auf allen Ebenen. Die Verbände zeigen sich bestürzt und wollen handeln. Die Frage bleibt, wie.
Eine Vielzahl von Fernsehkameras bringt jeden Fehler zum Vorschein, Kommentatoren und Experten sezieren die Leistungen bis ins kleinste Detail, die Presse vergibt Noten, verbale Angriffe von Trainern und Profis gehören zur Tagesordnung: Ungeachtet der noch unklaren Hintergründe des Selbstmordversuchs von Babak Rafati hat bereits eine Diskussion über den stetig steigenden Druck auf die deutschen Spitzenschiedsrichter begonnen. Dabei steht die Frage im Raum, wer es sich zukünftig noch antun will, an jedem Wochenende zum Buhmann der Medien, der Klubs und der Fans gemacht zu werden.
Fifa-Schiri Babak Rafati ist nach einem Selbstmordversuch außer ...   Fifa-Schiri Babak Rafati ist nach einem Selbstmordversuch außer Lebensgefahr
DFB-Präsident Theo Zwanziger hat jedenfalls noch keine Antwort auf diese Frage gefunden. Für ihn ist aber klar, dass "der Druck auf unsere Schiedsrichter aus den unterschiedlichsten Gründen ungeheuer hoch" ist: "Die Drucksituationen, die erzeugt werden, werden auf Dauer kein guter Weg sein. Wir müssen da Schritt für Schritt langsam, aber sicher wieder zurückkommen." Nach Ansicht Zwanzigers "schaffen wir es einfach nicht, das Ganze in eine richtige Balance zu bringen".
Dieses fehlende Gleichgewicht macht sich nicht zuletzt beim Nachwuchs bemerkbar. Schiedsrichterlehrwart Lutz Wagner hat kürzlich erklärt, dass gerade Referees im Alter von 20 bis 40 Jahren fehlen würden. Diese Entwicklung kann auch der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht gefallen. Ligapräsident Reinhard Rauball hat wohl auch deshalb eine intensivere Betreuung der Akteure im Profifußball gefordert, um den Umgang mit Druck zu erleichtern. "Wir müssen uns noch mehr Fachleute mit ins Boot holen", sagte Rauball.
Er habe nicht geglaubt, dass das Thema psychischer Druck "durch die gesamte Tiefe des professionellen Fußballs geht. Wir müssen offen sein und Rat annehmen." Allerdings ist der Präsident des deutschen Meisters Borussia Dortmund der Ansicht, dass man nun "nicht den ganzen Fußball infrage stellen" sollte: Viele andere kämen mit diesem Druck schließlich klar. "Man kann nicht sagen, dass der Fußball in die falsche Richtung läuft."

Teil 2: Fatale Folgen überzogener Schiri-Kritik

  • Aus der FTD vom 21.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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