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25.01.2012, 12:00
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Australian Open:
Federer macht Tennis zu großem Ballett
In Australien trifft Rafael Nadal erneut auf seinen Lieblingsgegner Roger Federer, der gerade sein 1000. Match spielte. Nadal rühmt den Schweizer mit blumigen Vergleichen.
von Doris Henkel, Melbourne
Rafael Nadal sagte neulich über Roger Federer, der habe einen privilegierten Körper; er verglich ihn mit einer Rose. Am Ende der Karriere werde dieser Rose nichts fehlen, andere Spieler wie er selbst oder auch Novak Djokovic würden die Belastungen vieler Jahre auf den Hartplätzen der Welt sicher später spüren.
Wie sich ein privilegierter Körper bei Temperaturen von 35 Grad verhält, das sah man am Dienstag beim Sieg gegen Juan Martín del Potro (6:3, 6:4, 6:2). Während bei den Leuten auf den Rängen Schweiß rann, Glatzen glänzten und Schultern schmorten, sah Roger Federer nach zwei Stunden eines anspruchsvollen, von Anfang bis Ende überzeugenden Auftritts so aus, als habe er ein Viertelstündchen mit seinen Töchtern getollt. Viel mehr als ein bisschen Transpiration war auch diesmal nicht zu sehen. In der 1000. Partie seiner Karriere spielte der 30-Jährige in manchen Momenten so, wie Michail Baryschnikow einst tanzte - es war großes Ballett.
Dafür hat er alles gegeben: Rafael Nadal freut sich auf sein 27. Duell gegen Roger Federer, diesmal schon im Halbfinale
1000 - diese Zahl sei in der Tat ein Meilenstein, sagte Federer hinterher. "Ich muss entweder schon lange dabei sein oder extrem fit sein. Ich bin in jedem Fall glücklich." Der Blick zurück führt zum ersten Spiel mit 17 beim ATP-Turnier 1998 in Gstaad, zum ersten Sieg zwei Monate danach in Toulouse und zum ersten Finale im Februar 2000 beim Hallenturnier in Marseille gegen Landsmann Marc Rosset. Bei den ATP Finals in London hatte er im November vergangenen Jahres erzählt, wie verzweifelt er damals war und dass er Angst hatte, er werde nie ein Turnier gewinnen. In London hatte er im 100. Finale seiner Karriere den 70. Titel gewonnen, nun passierte er den nächsten Meilenstein in der Rod Laver Arena.
Gegen den Argentinier del Potro gewann der Schweizer ebenso souverän in drei Sätzen wie in der Runde zuvor gegen den jungen Australier Bernard Tomic, und er sagt, die beiden Siege hätten ihm eine Menge Selbstvertrauen gegeben. Die leichten Zweifel, ob es zu Beginn des neuen Jahres auf dem gleichen Niveau wie Ende 2011 weitergehen würde, sind längst vertrieben worden. Keine zwei Stunden nach dem Ende seines eigenen Spiels gewann er später vor dem Fernsehschirm als Zuschauer der Partie zwischen Rafael Nadal und Tomas Berdych interessante Eindrücke.
Ob er seinem alten Rivalen die Daumen drückte wie vor ein paar Tagen dem Australier Lleyton Hewitt beim Spiel gegen Milos Raonic, ist nicht bekannt. Zumindest hatte er zuvor gestanden, im Halbfinale am Donnerstag lieber gegen Nadal als gegen Berdych spielen zu wollen.
Teil 2: Nadal und Federer treffen zum 27. Mal aufeinander
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Aus der FTD vom 25.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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