Michael Ballack ist Mitte 2006 ablösefrei
Bereits im Januar 2006 solle Ballack demnach einen Vorvertrag bei "ManU" unterschreiben und sechs Monate später ablösefrei zum 15-maligen englischen Meister wechseln, wo er Kapitän Roy Keane beerben soll, berichtete die Tageszeitung am Dienstag. United-Teammanager Sir Alex Ferguson und Vorstandsboss David Gill sollen mit Ballack ein "Gentleman's Agreement" erreicht haben, wonach Ballack erklärt habe, dass "ManU" sein "bevorzugtes Ziel" sei, hieß es weiter.
Rummenigge: "Es gibt noch nicht mal eine Anfrage für ihn"
Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wollte sich auf sid-Anfrage nicht zu der Meldung des "Guardian" äußern. Noch am Montag hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß erklärt, er habe sich auf der fünftägigen Testspielreise des Klubs in der vergangenen Woche in Japan zwar mit Gill unterhalten, "aber nicht wegen Michael Ballack. Es gibt noch nicht mal eine Anfrage für ihn".
Ebenfalls in Japan hatten die Bayern-Bosse Gespräche mit Ballacks Berater Michael Becker geführt und dessen Klienten eine Vertragsverlängerung bei Anhebung der finanziellen Bezüge angeboten. Rummenigge sah danach "durchaus gute Chancen, dass Michael auch nach dem Vertragsende am 30. Juni 2006 beim FC Bayern bleibt". Nun sei es an Ballack und dessen Berater, sich zu entscheiden.
Alle Trümpfe in der Hand des Spielers
Am Dienstag hatte sich auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer in die Diskussionen eingeschaltet - mit einer klaren Ansage in Richtung des Spielers. "Unterschreib' sofort", riet der "Kaiser" dem Mittelfeld-Star in der "Bild"-Zeitung. Ballack solle "die Gunst der Stunde nutzen", ehe ihn eine etwaige Verletzung in eine schlechtere Verhandlungsposition bringe.
Auch den FC Bayern drängte Beckenbauer zum Handeln. "Man sollte alles unternehmen, um ihn bei Bayern zu halten", sagte Beckenbauer. Ballack habe aber jetzt alle Trümpfe in der Hand, ergänzte Beckenbauer, riet dem Profi aber gleichzeitig, Maß zu halten. "Die Forderungen des Spielers sollten in einem vernünftigen Rahmen liegen - so, dass es sich der FC Bayern leisten kann", sagte der WM-OK-Chef.
Inzwischen hat Michael Ballacks Berater dessen angebliche Einigung dementiert. "Es gibt keinen Vorvertrag und kein Gentleman's Agreement. Es bleibt dabei, unser derzeit einziger Ansprechpartner ist der FC Bayern München", sagte Michael Becker am Dienstag.