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21.11.2011, 09:00
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Borussias Superstürmer:
"Sie müssen aufhören, nur über Marco Reus zu sprechen"
Gladbachs Trainer Favre lobt nach der 5:0-Gala gegen Bremen die ganze Mannschaft. Aber der Wunderstürmer trifft dreimal - und spielt in einer eigenen Liga.
von Andreas Morbach, Mönchengladbach
Nachdem er und all die anderen Bremer von ihren Mönchengladbacher Gastgebern beim 0:5 so furchtbar bloßgestellt worden waren, zog Marko Arnautovic Konsequenzen. Wer auf dem Platz lächerlich gemacht wird, kann sich nachher auch mit einer albernen Wollmütze auf dem Kopf davonmachen, dachte sich Werders österreichischer Angreifer vermutlich. Und so verließ Arnautovic den Borussia-Park mit einer graubraunen, steil aufragenden Kopfbedeckung - als sei er Otto Waalkes' Film "7 Zwerge - Männer allein im Wald" entstiegen.
Zunehmend vereinsamt fühlten sich die Bremer im Niederrheinischen allemal. Allen voran ihr Trainer Thomas Schaaf, der sich beim Gang zur Pressekonferenz wie ein Ertrinkender an den erfolgreichen Kollegen Lucien Favre klammerte. Kurz darauf lobte Schaaf dann dessen "fantastische Arbeit" in Gladbach. Beim rheinischen Derby am kommenden Freitag in Köln kann die Favre-Elf, Beinaheabsteiger vom Mai, vorübergehend gar die Tabellenspitze erklimmen. Einen "Festtag" nannte Sportdirektor Max Eberl die 90 Minuten im Verfolgerduell mit den Bremern, "ein Offensivspektakel" erlebte Borussen-Keeper Marc-André ter Stegen. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs schluckte: "Das war eine Demonstration der Gladbacher - und eine Lehrstunde für uns."
Im Fokus von Fans und anderen Vereinen: Gladbachs Wunderstürmer Marco Reus
Vorgeführt bekamen die hilflosen Gäste ein borussisches Gesamtkunstwerk, das längst nicht mehr auf den umworbenen Reus, Schütze der Treffer zwei bis vier, reduziert werden kann. "Der Trainer verlangt immer sehr viel von uns, auch im taktischen Bereich - das zahlt sich aus", erklärte Mittelstürmer Mike Hanke, der mit seinem Fleiß so viele Räume schafft und so viele brauchbare Pässe liefert, dass es in Gladbach niemanden juckt, dass er keine Tore schießt.
Schon gar nicht Trainer Favre, der zudem sieht, wie sich an Borussias wachsender Spielfreude so manches Teammitglied berauscht. "Nicht nur mir, uns allen hat es heute Spaß gemacht. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl", schwärmte der nun für die Hälfte der 20 Gladbacher Saisontore verantwortliche Reus. Ehe er laut über die frisch verschärften Sirenengesänge aus München nachdachte: "Ich fühle mich wohl hier - mehr gibt es dazu nicht zu sagen."
Teil 2: Würdiger Rahmen für Reus-Show
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Aus der FTD vom 21.11.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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