Der FC Barcelona und sein Superstar Lionel Messi waren für den VfB Stuttgart mehrere Nummern zu groß: Sie erteilten den Schwaben bei dem 0:4 im Camp Nou-Stadion eine Lehrstunde in Fußball.
Der VfB verabschiedete sich nach dem 1:1 aus dem Hinspiel im Achtelfinale sang- und klanglos aus der Champions League. Vor 80.000 Zuschauern schossen der überragende Messi (13./60.), Pedro Rodriguez (22.) und Bojan Krkic (89.) die Katalanen zum dritten Mal nacheinander ins Viertelfinale und machten die leise Hoffnung des Bundesliga-Neunten auf eine Sensation zunichte. Damit kassierte der VfB eine ebensolche Klatsche wie der FC Bayern München, der vor einem Jahr an gleicher Stätte gleichfalls mit 0:4 unter die Räder gekommen war.
Der Stuttgarter Spielmacher Alexander Hleb (r) findet gegen Daniel Alves (l) keine Räume.
Die an diesem Abend biederen Schwaben waren gegen die Weltauswahl in Blau und Rot absolut chancenlos. Trotz aller guten Vorsätze gelang es dem Team nicht, sich dem meist von Messi und Xavi-Vertreter Yaya Toure initiierten Kombinationswirbel mit Erfolg entgegenzustemmen. Im Spiel nach vorne blieb der VfB zur Enttäuschung der rund 5000 mitgereisten Fans fast alles schuldig, in der Defensive ließ man Barcelonas Ballkünstlern zu viel Raum. Dabei hatte Trainer Christian Gross im Vorfeld der Partie immer wieder gepredigt, kompakt zu stehen und eng bei den Leuten zu bleiben. Doch spätestens nach dem 0:1 hielten die Abwehrspieler fast ehrfurchtsvoll Distanz.
Barca-Coach Josep Guardiola (r) verteilt an Stuttgarts Cristian Molinaro Streicheleinheiten
Mit dem kurzfristigen Ausfall von Serdar Tasci hatten die ohnehin nur geringen Hoffnungen der Schwaben auf ein Weiterkommen zuvor einen weiteren Dämpfer erhalten. Der Nationalspieler musste wegen Adduktorenproblemen passen. Für den 22-Jährigen rückte Georg Niedermeier neben Matthieu Delpierre in die Innenverteidigung.
VfB-Torwart Jens Lehmann (l) bekommt vom Schiedsrichter Alain Hammer gelb
"Wenn es überhaupt ein Rezept gibt, dann, so lange wie möglich ohne Gegentor zu bleiben", hatte die bescheidene Vorgabe von Horst Heldt gelautet. Doch die Rechnung des Stuttgarter Managers ging nur 13 Minuten auf, dann lieferte Messi die erste Kostprobe seines außergewöhnlichen Könnens ab. Der Weltfußballer startete in der Mitte der VfB-Hälfte ein Solo, schüttelte seinen zögernden Widersacher Zdravko Kuzmanovic ab und ließ Jens Lehmann mit einem platzierten Schuss in den Torwinkel aus 16 Metern keine Chance.
Neun Minuten später war die Abwehr des Bundesliga-Neunten bei einer von Messi eingeleiteten Ballstafette erneut nicht im Bilde. Toure lenkte weiter auf Pedro Rodriguez, der keine Mühe hatte zu vollenden. Nur weil die Hausherren danach einen Gang herausnahmen, kamen die Deutschen in der ersten Halbzeit um weitere Gegentore herum. "Ich denke, dass wir so keine Chance haben, dass wir zu viel Respekt haben. Wir machen leichte Fehler, die darf man sich hier nicht erlauben", meinte Heldt zur Pause im Sender "Sky" ernüchtert.
Am Boden liegend nimmt Sergio Busquets (l) dem Stuttgarter Pavel Pogrebnyak (r) den Ball ab.
Nach Wiederbeginn war der VfB um Schadensbegrenzung bemüht. Doch es gelang weiterhin nicht, die Kreise von Messi einzuengen, der nach Belieben schalten und walten konnte. Als der Argentinier in der 60. Minute an der Strafraumgrenze angespielt wurde, konnten ihn gleich drei Stuttgarter Spieler nicht am erfolgreichen Abschluss hindern. Mit Glanzparaden gegen Messi (68.) und Iniesta (80.) verhinderte Lehmann, für den es das letzte Champions League-Spiel seiner Karriere gewesen sein könnte, weitere Gegentreffer. Doch dann überwand ihn Krkic doch zum vierten Mal. Victor Valdes im Tor des spanischen Meisters wurde dagegen nicht einmal ernsthaft geprüft.
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