Damals, im Frühjahr 1998, waren die Rollen klar verteilt. Jupp Heynckes trainierte Real Madrid und stand im Halbfinale der Champions League, als ein deutscher Sportstudent wegen eines Praktikums anfragte. Heiko Vogel hieß der junge Mann, und er durfte seinem Landsmann tatsächlich fast einen Monat lang über die Schultern schauen. Er war dabei, als Real ins Finale der europäischen Königsklasse einzog. 14 Jahre später treffen sich die beiden nun wieder, am Mittwoch im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales (20.45 Uhr, Sat 1, Sky) - allerdings auf Augenhöhe.
Für den einen, Vogel, wäre es der größte Erfolg, würde er mit dem FC Basel eine Runde weiterkommen. Für den anderen, Heynckes, eine riesige Blamage - und zumindest eine kleine Katastrophe -, würde er mit dem FC Bayern scheitern. Als dem deutschen Branchenkrösus vor Weihnachten der Schweizer Klub zugelost worden war, herrschte eitel Freude. Natürlich sprach keiner vom Freilos, aber niemand dachte ernsthaft daran, dass der FC Basel zum Stolperstein werden könnte. Jetzt aber, nach nur zwei Siegen in den bisherigen fünf Partien der Bundesligarückrunde, hat sich vor dem ersten Duell ein mulmiges Gefühl eingeschlichen. Die Leistung der Mannschaft ist nicht nur für Sportdirektor Christian Nerlinger "ein ganz großes Rätsel". Und es gibt Indizien, dass es sich nicht nur um eine kurzfristige Formdelle handelt, sondern um eine Krise, die nicht so schnell zu beheben ist. Zumindest scheint Heynckes derzeit keine Idee zu haben, wie seine Mannschaft die Kurve kriegen könnte. Die erhoffte taktisch-psychologische Wirkung von Arjen Robbens Versetzung auf die Bank ist nach einem kleinen zwischenzeitlichen Schub schon wieder verpufft.