Deutsche Fechter auf gutem Weg - Bronze für Herren
Die deutschen Fecht-Erfolge von Leipzig machen auf dem Weg zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London Lust auf mehr: Gold für Imke Duplitzer, zweimal Silber, dreimal Bronze.
Zwei Fechter duellieren sich auf der Planche.
In einem furiosen Schlussakt holten die Degenherren Jörg Fiedler, Martin Schmitt, Christoph Kneip und Steffen Launer mit 35:34 im «Sudden Death» gegen die Schweiz im Beisein von IOC-Vizepräsident Thomas Bach Bronze. «Durchgekämpft. Wir haben als Team funktioniert», kommentierte Fiedler nach seinem entscheidenden Treffer den großen Erfolg nach Rang neun 2009.
Das Quartett vergab eine große Chance. «Eigentlich hätten wir noch weiter vorn stehen können», sagte Fiedler, der zusammen mit seinen Kollegen das Halbfinale gegen die Ukraine (39:45 im Finale gegen Ungarn) 39:45 verlor. Die Säbelfechterinnen wiederholten beim erneuten Titelgewinn der Ukraine Rang sieben (45:44 gegen Spanien). Italien war mit fünf der zwölf Goldmedaillen, zweimal Silber und dreimal Bronze am erfolgreichsten. Russland (2/4/4) und Deutschland (1/2/3) landeten dahinter.
Knapp vier Monate vor dem Weltchampionat in Paris (4. bis 13. November) hält sich das Sorgenpotenzial im Deutschen Fechter-Bund (DFeB) in Grenzen. Negativ: Die Olympiasieger Britta Heidemann (Degen) und Benjamin Kleibrink (Florett) scheiterten früh, den erfolgsverwöhnten Florettherren verlieh DFeB-Präsident Gordon Rapp nach viermal WM-Silber in Serie verbal die «goldene Zitrone» für den siebten Platz: Sie blieben erstmals seit langem ohne Medaille.
«Im Fechten gibt es keine Dauersieger», sagte Sportdirektor Manfred Kaspar, der «sehr zufrieden» auf das Championat zurückblickte. Es gab tolle Resultate: Die fast 35-jährige Imke Duplitzer landete den Gold-Coup, Säbel-Weltmeister Nicolas Limbach und die Florettdamen holten Silber, das männliche Säbelteam und Sibylle Klemm (Säbel) wurden Dritte.
Doch dem standen Ergebnisse gegenüber, die für lange Gesichter sorgten. Tränen statt Triumph hieß es speziell am vorletzten Tag, als Heidemann und Co. im Degenwettbewerb um einen Treffer am Finale vorbeischrammten und sich am Ende wie 2009 mit Rang vier begnügen mussten. «Zu meiner großen Enttäuschung», wie Imke Duplitzer am Tag danach einräumte.
Die Olympia-Fünfte hat wieder richtig Lust auf das Fechten bekommen. «Ich habe mich hier gegen Leute durchgesetzt, die mir 2009 noch die Hose vollgehauen haben», bilanzierte sie. Bis Olympia 2012 will sie weitermachen, ohne Medaillen programmieren zu wollen: «Mit Ansagen - das wird kompliziert. Und Topfavoritin bei der WM in Paris bin ich nicht, das ist Quatsch.»
Die EM-Bilanz von 2009 mit Degen-Gold für Britta Heidemann und den in Leipzig verletzten Sven Schmid, einmal Silber und dreimal Bronze wurde zumindest bei der Titelzahl nicht ganz wieder erreicht, Kaspar war's dennoch zufrieden: «Sportlich war das doch sehr erfolgreich, die gesamte Mannschaft hat sich in allen Disziplinen hervorragend präsentiert.»
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