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Merken   Drucken   20.12.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

DFB-Pokal: Die große Mission von Greuther Fürth

Kleiner Etat, große Pläne: Die Spielvereinigung Greuther Fürth steht auf einem Aufstiegsplatz - und will im Pokal den Nachbarn Nürnberg ärgern. von Christoph Ruf, Fürth
Stephan Schröck ist ein Spieler, wie ihn auch mancher Erstligatrainer gern in seiner Mannschaft hätte: schnell, ballsicher, technisch gut. Zudem mit einer Übersicht ausgestattet, die es ihm erlaubt, Pässe zu spielen, die die gegnerischen Trainer im Nachhinein als "tödlich" bezeichnen. Um das Fürther Glück perfekt zu machen, kann dieser Schröck auch noch Sätze heraushauen wie sonst nur Hardcorefans ihrer Mannschaft. "Ich bin gegen Rot geimpft", hat er nach dem 5:0-Sieg gegen Union Berlin am Freitagabend stolz bekundet. Rot ist die Farbe des 1. FC Nürnberg, am Dienstagabend Gegner im DFB-Pokal. "Wir werden unsere Farben beim Derby bis aufs Blut verteidigen", sagt Schröck.
Der Mittelfeldspieler, der seit der B-Jugend für Fürth kickt, ist nach jedem Sieg als Erster auf dem Zaun, um mit den Fans zu feiern. Beim U23-Derby Ende September, bei dem der Fürther Nachwuchs 2:1 in Nürnberg siegte, jubelte er so hemmungslos, als sei er Weltmeister geworden.
Greuther Fürth-Trainer Michael Büskens (r.)   Greuther Fürth-Trainer Michael Büskens (r.)
Trainer Mike Büskens hat das Glück, dass er gleich mehrere Spieler in seinen Reihen hat, die in dieser offensivstarken, spielfreudigen Elf qualitativ deutlich über Zweitliganiveau agieren - neben Schröck etwa Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal. Und dass er zwei Stürmer im Kader hat, die deren Vorlagen auch verwerten. Der Kanadier Olivier Occean und der ehemalige Oberhausener Christopher Nöthe haben beide schon zehnmal getroffen.
Dass die Franken einen der kleinsten Etats der Liga haben, lesen sie in Fürth gern. In der Tat ist das Budget von Eintracht Frankfurt wohl mehr als doppelt so hoch wie das der Franken, bei denen 7 bis 10 Mio. Euro kolportiert werden (Eintracht: 19 Mio.). Manager Rachid Azzouzi schweigt sich über Zahlen aus. Der Klassenkampfgestus ist allerdings nur zum Teil berechtigt. Fürth ist bei aller Sparsamkeit durchaus in der Lage, hochkarätige Spieler zu holen. Um Stürmer Occean oder den famosen Verteidiger Schmidtgal buhlten zahlreiche Klubs aus der zweiten Liga. Fürth dürfte sie nicht nur wegen der landschaftlichen Reize des Umlands bekommen haben.

Teil 2: Eine gute Adresse

  • Aus der FTD vom 20.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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