FTD.de » Sport » Gladbach steht im Halbfinale

Merken   Drucken   08.02.2012, 22:07 Schriftgröße: AAA

DFB-Pokal: Gladbach steht im Halbfinale

Es dauerte für die Fohlen fast eine Dekade und dank eines Schiedsrichter-Geschenks ging es ganz schnell: Gegen eine kämpferische Hertha setzte sich der Klub aus Mönchengladbach in der Verlängerung durch.
Eine ungerechtfertigte Rote Karte und eine Dummheit von Roman Hubnik haben den Bundesliga-Überflieger Borussia Mönchengladbach den Weg ins Pokal-Halbfinale geebnet. Das Führungstor beim 2:0 (0:0)-Sieg im Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC erzielte Filip Daems in der 101. Minute per Foulelfmeter, nachdem der Unparteiische Felix Brych im Berliner Strafraum einen Kopfstoß von Hubnik gegen Igor Camargo gesehen hatte.
"Die Krönung war, was der Schiedsrichter in der Verlängerung gepfiffen hat. Hier sind 50.000 Zuschauer im Stadion. Keiner hat gesehen, was er gesehen hat", sagte Michael Skibbe. "Das war eine eindeutige Fehlentscheidung."
Schiedsrichter Brych zeigt Herthas Roman Hubnik (r) die Rote Karte   Schiedsrichter Brych zeigt Herthas Roman Hubnik (r) die Rote Karte
Vor 47.465 Zuschauern im Olympiastadion kamen die Gladbacher so zu einem schmeichelhaften Erfolg in der Verlängerung, den der Schwede Oscar Wendt in der 120. Minute endgültig sicher stellte. "In der ersten Halbzeit war Hertha besser", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre. Zur strittigen Szene nahm der ehemalige Hertha-Coach erst einmal nicht Stellung. "Ich habe auf der Bank nichts gesehen. In der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung haben wir besser gespielt. Aber Hertha hatte auch Möglichkeiten."
"Der Schiedsrichter hat eine Superleistung gebracht"
Die noch im Bundesliga-Titelkampf steckenden Gladbacher haben damit einen weiteren ersten großen Titel seit 17 Jahren im Visier. Zum ersten Mal seit acht Jahren stehen sie im Pokal-Halbfinale. "Das ist glücklich für uns", sagte Gladbachs Mike Hanke. Nachdem der Stürmer die Fernsehbilder gesehen hatte, stellte er mit verlegenen Schmunzeln fest: "Ich möchte dazu nichts sagen." Hertha-Kapitän Andre Mijatovic sagte: "Dass so eine Szene das Spiel entscheidet, ist schon bitter." Der Schiedsrichter habe "eine Superleistung" gebracht.
Nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen unter Skibbes Regie verpassten die Berliner in der Kühlbox des Olympiastadions auch im Pokal den erhofften Befreiungsschlag. Die Hausherren waren am Ende selber schuld, denn eine umstrittene Szene sorgte für das Gladbacher Siegtor. Nach einem Zweikampf gerieten Hubnik und Igor de Camargo im Strafraum aneinander, nachdem Berlins Torhüter Thomas Kraft den Ball sicher hatte. Statt weg zu bleiben, stürmte Hubnik auf den Gladbacher zu, der wie vom Blitz getroffen zu Boden sank. "Das ist ein bisschen doof gelaufen für Berlin. In der Situation noch einmal hinzugehen, war völlig unnötig", sagte Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen.
Denn Schiedsrichter Brych sah einen Kopfstoß des Berliners, stellte den Hertha-Profi vom Platz und zeigte auf den Elfmeterpunkt. "Er hat nicht attackiert, hat nicht gestoßen. Unfassbar, unfassbar", sagte Skibbe vor den Kameras des Fernsehsender Sky. Das Geschenk ließ sich Daems nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß. Adrian Ramos vergab zwei Minuten vor dem Ende den Ausgleich, hob den Ball über das Tor. Dann kam Wendt.
Im Olympiastadion spielte die taktisch prima eingestellte Hertha auf dem hart gefrorenen Boden gefälliger, doch an der besten Abwehr der Bundesliga rieb sich der selbst ernannte Außenseiter aus Berlin auf. Der bei Gladbach als Reuss-Nachfolger ins Gespräch gebrachte und zuletzt in der Bundesliga gesperrte Raffael war es, der Akzente setzte.
Vom für 17 Mio. Euro nach Dortmund wechselnden Nationalspieler Marco Reus, der beim 2:1-Erfolg der Gladbacher in der Bundesliga beide Tore erzielt hatte, war vor der Pause gar nichts zu sehen. Das sonst so gefälligen Aufbauspiel der Gladbacher erstickten bei Temperaturen unter minus zehn Grad die Berliner im Keim. Nach dem Wechsel wurden die Gladbacher gefährlicher, doch die Berliner gaben den Ton an und hatten die besseren Chancen.
  • Reuters, 08.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
Schlagzeilen
FUSSBALL

mehr Fussball

MOTORSPORT

mehr Motorsport

RADSPORT

mehr Radsport

TENNIS

mehr Tennis

SPORTMIX

mehr Sportmix

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote