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Merken   Drucken   10.11.2011, 15:15 Schriftgröße: AAA

DFB-Skandal: Zwanziger lehnt Amerell-Angebot ab

Der DFB-Präsident möchte endlich die verfahrene Daueraffäre um den ehemaligen Schiedsrichter-Boss zum Abschluss bringen. Doch neue Vorwürfe drohen - die Sache ist noch nicht ausgestanden.
Der Deutsche Fußball-Bund ist auf Distanz zu Manfred Amerells neuem Mediationsangebot gegangen. "Das ist jetzt nicht mehr unsere Sache", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Rhein-Zeitung" am Donnerstag.
DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Streit schnellstmöglich ...   DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Streit schnellstmöglich schlichten
Zwanziger möchte den Dauerstreit zwischen dem DFB und seinem früheren Schiedsrichtersprecher so schnell wie möglich lösen. Am 7. Dezember geht es in der Sex-Affäre zwischen Amerell und seinem einstigen Schützling Michael Kempter in die Berufungsverhandlung vor dem Oberlandsgericht Stuttgart. "Wenn Amerell nun doch eine Mediation wünscht, soll er sich an Christoph Schickhardt, Kempters Anwalt, wenden," sagte Zwanziger.
Doch der Basta-Präsident darf sich kaum entspannen - die anfangs völlig unterschätzte Affäre zieht weite Kreise. Das Mediationsverfahren war von beiden Seiten schon für beendet erklärt worden, ehe Amerell am Dienstagabend überraschend den Berliner Rechtsanwalt Michael Plassmann als neuen Vermittler ins Spiel brachte.
Amerell, der nach Aussage Zwanzigers einen "Rachefeldzug" führt, kündigte an, er schließe nicht aus, dass noch mehr Dinge öffentlich werden. "Ich habe noch vier, fünf Sachen bereit". Zwanziger selbst sagte, er könne das beim besten Willen nicht ausschließen. Deswegen rechnet er damit, dass sein Intimfeind weitere unliebsame Dinge der Öffentlichkeit präsentiert.
Außerdem gibt es noch den drohenden Steuerskandal um eine Reihe von Top-Referees. Zu den Ermittlungen gegen 70 Schiedsrichter wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung sagte Zwanziger, zum Glück liege ein ligafreies Wochenende vor ihnen, das gebe ihnen etwas mehr Zeit, denn "Zeit benötigen diese Untersuchungen".
Amerell hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Der Ex-Funktionär sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er wolle, dass die Dinge endlich vollständig aufgearbeitet werden. Er hätte beim DFB dazu noch keine Gelegenheit.
  • dpa, 10.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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