Wolfsburgs neuer Interimscoach Pierre Littbarski
Bisher musste auf diesem Weg ein ganz erstaunlicher Umweg eingeschlagen werden, wofür auf der Trainerbank im vergangenen Jahr Armin Veh und jetzt eben McClaren verantwortlich gemacht wurden. Den Kardinalfehler der sportlichen Leitung, mit der Abgabe von Zvjezdan Misimovic einer erfolgreichen Mannschaft das spielerische Herz zu nehmen, war das Unheil eingeleitet worden. Mit dem Verkauf von Edin Dzeko an Manchester City während der Winterpause vergrößerte es sich. Zuletzt wurde panisch nachgekauft - in der Hoffnung, dass die neuen Spieler genügend Qualität mitbringen, um den Abstieg vermeiden zu können.
McClaren sind wohl nur wenige, aber elementare Vorwürfe zu machen. "Ich bin wütend und enttäuscht", hatte der Brite am Samstag angesichts der Aktion von Spielmacher Diego noch gesagt. Das Dumme war nur: McClaren ist nie so aufgetreten, wie das ein wütender und enttäuschter Trainer wohl hätte tun müssen. Am Ende war er, der in der vergangenen Saison mit Twente Enschede noch holländischer Meister geworden ist, einfach zu nett für eine Mannschaft, die es sich nach ihrem überraschenden Meisterschaftsgewinn im Sommer 2009 zu bequem gemacht hat. Zudem hat McClaren zu lange an seiner Vorstellung von schönem Fußball festgehalten, für die er kaum die richtigen Spieler hatte. Einen Stürmer wie Grafite, dem derzeit auch die einfachsten Dinge misslingen, bietet man besser nicht als einzige Spitze auf.